Pickerl-Verwirrung sorgte für "Flut an Strafzetteln"

Ein Badetag endete für Robert B. (62) mit einer unliebsamen Überraschung: Trotz Parkpickerls erhielt er einen Strafzettel.
Ein Badetag endete für Robert B. (62) mit einer unliebsamen Überraschung: Trotz Parkpickerls erhielt er einen Strafzettel.Denise Auer
Für Verwirrung sorgt derzeit die Parkpickerl-Überlappungszone im Bereich des Donauturms. Diese soll im Juli starten, am 1. Juli wurde noch gestraft.

Es wird nicht ruhig rund ums Parkpickerl in Wien: Bereits im Februar einigten sich die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt auf eine örtliche Überlappungszone im Bereich des Donauturms. Konkret bedeutet das: In den Bereichen Arbeiterstrandbadstraße sowie Donauturmstraße dürfen Personen mit Floridsdorfer Parkpickerl im Donaustädter Gebiet (etwa dem großen Donauturm-Parkplatz) parken und umgekehrt (siehe Grafik). Die Umsetzung sollte im Juli erfolgen. 

Die Überlappungszonen: Floridsdorfer dürfen hier auf Donaustädter Gebiet parken und umgekehrt.
Die Überlappungszonen: Floridsdorfer dürfen hier auf Donaustädter Gebiet parken und umgekehrt.BV21

Mehrere Autofahrer betroffen

Parkpickerl-Besitzer Robert (62) aus Floridsdorf nutzte die Änderung gleich am 1. Juli und stellte sein Fahrzeug an der Arbeiterstrandbadstraße ab, um den heißen Tag an der Donau zu verbringen. Doch bei seiner Rückkehr fand er einen Strafzettel auf dem Auto vor. "Ich war wirklich erbost, ich zahle eh schon das Pickerl und jetzt das", berichtet er. "Ich war auch nicht der einzige: An diesem Tag wurden einige Autofahrer gestraft." 

"Ab 1. Juli zu strafen ist ein Schildbürgerstreich"

Nun will der 62-jährige Einspruch erheben und die Strafe von 36 Euro vorerst nicht bezahlen: "Wenn man sagt, das Ganze tritt im Juli in Kraft, dann ist das für mich klar. Wir haben auch extra noch recherchiert", ärgert er sich. "Dann am 1. Juli zu strafen ist für mich ein Schildbürgerstreich. Das verunsichert nur die Leute."

WIFF-Bezirksrat a. D. Hans Jörg Schimanek und sein Nachfolger BR Gerhard Doppler üben harsche Kritik. Sie raten allen Betroffenen, gegen die Organstrafverfügungen Einspruch zu erheben. "Und die beiden Bezirksvorsteher sind aufgefordert, sich nicht nur für eine Aufhebung der Strafen einzusetzen, sondern auch die sofortige Anbringung der nötigen Hinweistafeln auf die längst feststehende Überlappungszone zu verlangen. Bis dahin muss der Bereich für Parksheriffs tabu sein!“, so Schimanek und Doppler.

Seitens der Stadt heißt es auf "Heute"-Anfrage, die Überlappungszone trete erst mit 4. Juli in Kraft. Die Parksheriffs hätten sich an die Regeln gehalten. 

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