Ärzte rätseln über geschwollene "Covid-Zehen"

Zwei Mediziner der Uni Lausanne sehen in dem Phänomen eine positive Abwehrreaktion des Körpers. Der "Covid-Zeh" könnte ein positives Zeichen sein.

In den vergangenen Monaten wurden bei Menschen, die sich mit Corona infiziert hatten, geschwollene Zehen festgestellt. Auf Bildern waren Zehen zu sehen, die wie bei Frostbeulen farbig angelaufen waren. Zwei Ärzte am Unispital Lausanne haben in einem Beitrag im Schweizer Medizinjournal dazu eine interessante These aufgestellt: Diese sogenannten Covid-Zehen seien kein Symptom des Virus, sondern vielmehr ein Zeichen, dass der Körper das Virus erfolgreich abgewehrt habe.

Ahmad Yatim und Michel Gilliet berichten nun von ihren Beobachtungen, dass die meisten Betroffenen zwar negative Testresultate aufwiesen, aber von einer möglichen Übertragung berichteten. Dies führte sie auf die Fährte, dass vor allem Menschen, die das Virus erfolgreich abgewehrt hatten, die Zehenschwellung entwickelten. Die Daten, die sie in ihrem Beitrag teilen, belegen diesen Fund.

Natürliche Barriere gegen Covid

Grund für die gutartige Reaktion auf das Virus seien sogenannte Typ-1-Interferone, eine Gruppe antiviraler Proteine. Menschen, bei denen diese nach Kontakt mit SARS-CoV-2 stark aktiviert würden, entwickelten eine natürliche Barriere gegen das Virus.

Doch die beiden Ärzte warnen vor zur großer Zuversicht bei Betroffenen. Auch wenn sich die These bestätige, ließe sich daraus kein allgemein gültiger Schutz dieser Personengruppen feststellen. Sie können zum Beispiel genauso an Gastroenteritis erkranken wie von Covid betroffene Menschen.

Die Lausanner Mediziner wenden sich an mögliche Patientinnen und Patienten, die an Covid-Zehen leiden. Mit deren Hilfe wollen sie therapeutische Strategien für all diejenigen entwickeln, deren Immunsystem weniger erfolgreich auf das Virus reagiere, erklärt einer der beteiligten Ärzte.

Auch "Covid-Arm" bekannt

Seit Beginn der Impfkampagne weltweit hat nun auch der Covid-Arm Berühmtheit erlangt. Einige Menschen, die mit einem mRNA-Impfstoff geimpft worden sind, entwickeln Hautrötungen und Schwellungen am betroffenen Arm. Wie Swissmedic bekannt gegeben hat, handelt es sich dabei aber über ein vorübergehendes Phänomen, das nicht gefährlich ist.

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