Wien

Ärzte warnen – Notaufnahme könnte temporär ausfallen

In einer Gefährdungsanzeige zeichnen Oberärzte ein verheerendes Bild: In der Klinik Ottakring häufen sich Kündigungen, die Akutversorgung wackle.

Heute Redaktion
Oberärzte schlagen Alarm – aufgrund von Personalmangel könnte es zu einem temporären Ausfall der Notaufnahme kommen. 
Oberärzte schlagen Alarm – aufgrund von Personalmangel könnte es zu einem temporären Ausfall der Notaufnahme kommen. 
Denise Auer

Es ist nicht die erste Gefährdungsanzeige, die in den vergangenen Monaten für Aufregung sorgt – wir berichteten. Immer mehr Ärzte warnen vor "untragbaren Zuständen" in den Wiener Spitälern. Nun steht die Klinik Ottakring im Fokus, wie der "Standard" berichtet.

Personalmangel belastet Spital

Oberärzte warnen vor einem temporären Ausfall der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Spitals. Das bedeutet, jene Abteilung in der Akutfälle behandelt werden. Eine Häufung der Kündigungen habe dazu geführt, dass das Dienstrad für Oberärzte an einzelnen Tagen künftig intern nicht mehr besetzt werden könne.

So soll es bis Sommer 2023 zu sechs Abgängen und zwei Neuzugängen gekommen sein. Schon jetzt müssten andere Ärzte der Klinik aushelfen. Mögliche Ausfälle in der Akutversorgung müssten dann von anderen Spitälern kompensiert werden. Im Spital erklärt man sich die Fluktuation mit der hohen Verantwortung und Arbeitsbelastung in Kombination mit der Bezahlung.

Stundenlange Wartezeiten

Besonders dramatisch: In der Anzeige ist von einem "nicht nur drohenden, sondern bereits bestehenden Zusammenbruch" der ausreichenden Patientenversorgung die Rede. Trotz temporärer Reduzierung der Rettungszufahrten zur Klinik gäbe es nach wie vor Situationen mit bis zu zehn Rettungen in weniger als einer Stunde. Das Resultat seien stundenlange Wartezeiten für Patienten.

Patientin musste 6,5 Stunden mit Druckgeschwür warten

Die Ärzte befürchten die Gefährdung oder sogar Schädigung von Patienten durch Ressourcenmangel. Im Dezember 2022 sei es zu einem "vermeidbaren Herz-Kreislauf-Stillstand" eines Patienten gekommen, weil die Triagezeit überschritten wurde. Eine Patientein musste mit Druckgeschwüren am Steißbein 6,5 Stunden bis zur Erstbegutachtung auf einer Liege warten. 200 der 940 Betten wären aufgrund des Pflegemangels gesperrt. Das führe dazu, dass Patienten obwohl sie stationär aufgenommen werden sollten, entlassen werden.

Gesundheitsverbund: "Arbeiten an einer Lösung"

Vom Wiener Gesundheitsverbund heißt es, dass einzelne Dienste in den Sommermonaten noch nicht geplant werden konnten. Man arbeite derzeit an einer Lösung, gehe aber davon aus, dass bald weitere Ärzte gewonnen werden können. Ein Ausfall der Notaufnahme stünde nicht zur Diskussion. 88 Prozent der Dienstposten seien besetzt, betont man zudem. Nach der Gefährdungsanzeige soll es Besprechungen mit Oberärzten und dem Abteilungsleiter der Notaufnahme gegeben haben. Dabei ging es um verstärkte Rekrutierung, einen attraktiveren Arbeitsplatz und Entlastungsmaßnahmen.

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