Affenpocken in Österreich – Contact Tracing startet

In Österreich wurde noch kein Fall von Affenpocken gemeldet. Dennoch bereiten die Gesundheitsbehörden ein Contact Tracing ab Montag vor.

Weltweit werden immer mehr Fälle von Affenpocken bekannt. Am Donnerstag ist der erste Fall in Italien bekannt geworden, tags darauf melden nun auch Deutschland und Belgien erste Fälle. Die Situation sei "ungewöhnlich dynamisch", erklärt der Internist und Infektionsimmunologe der Berliner Charité, Leif Erik Sander. Auch wenn in Österreich bisher kein Fall gemeldet wurde, bereiten sich die Gesundheitsbehörden vor.

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Das Contact Tracing soll Anfang nächster Woche startklar sein. "Aktuell werden Falldefinitionen und -abgrenzungen erarbeitet, um im Rahmen einer Meldepflicht ein adäquates Fall- und Kontaktpersonenmanagement umsetzen zu können", heißt es aus dem Gesundheitsressort auf Nachfrage der APA. 

Sogar in Australien gibt es bereits erste Fälle

Darüber hinaus wurde den Bundesländern, den Fachgesellschaften sowie Ärzten ein Informationsschreiben übermittelt, das in den Gesundheitseinrichtungen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber der an sich sehr seltenen Infektion beitragen soll.

Seit Anfang Mai wurden in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern Dutzende Verdachtsfälle und bestätigte Infektionen mit Affenpocken gemeldet. Nach ersten Fällen in Großbritannien meldeten auch Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Frankreich sowie die USA und Australien bestätigte Fälle und Verdachtsfälle.

"Es darf aber keine Hysterie entstehen. Die Affenpocken werden gut kontrollierbar sein"

Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit, ein tödlicher Verlauf ist selten.

Feiert die Pocken-Impfung ein Comeback?

"Es darf aber keine Hysterie entstehen. Die Affenpocken werden gut kontrollierbar sein", so der deutsche Mediziner Norbert Brockmeyer. Die Sorge vor einer weiteren globalen Pandemie sei unbegründet, fügt Sander hinzu, auch wenn die Fälle in nächster Zeit weiter zunehmen werden. Für den Immunologen der Berliner Charité liege dies vor allem an der langen Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen.

Affenpocken sind eine auf ein Virus zurückgehende Erkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen – daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert, Affen gelten als sogenannte Fehlwirte. Das Affenpocken-Virus ist auch auf den Menschen übertragbar.

Großen Schrecken verbreitete früher die Pockenkrankheit, verursacht von einem Virus aus der gleichen Gruppe. An der Infektion starb ein großer Teil der Betroffenen. Die Pockenkrankheit gilt nach Impfkampagnen seit 1980 als ausgerottet.

Je nach weiterer Entwicklung könnte aber die Pocken-Impfung womöglich ein Comeback feiern, so der Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft. Die Impfung gegen Pocken, die ein Leben lang anhält, hat laut AGES nämlich auch vor den Affenpocken geschützt.

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