Der 42-Jährige hatte sich laut Anklage Anfang Mai derart massiv gegen seine Abschiebung gewehrt, dass diese abgebrochen und er aus dem Flugzeug gebracht werden musste. Der Prozess wurde zur Einholung eines Gutachtens bezüglich seiner Zurechnungsfähigkeit auf unbestimmte Zeit vertagt.
Drei Jahre Elementarschule einst in seiner Heimat, kein Einkommen, ein erstes Suchtmitteldelikt in Österreich 2004, vor einigen Jahren dann eine Verurteilung zu Haft wegen tätlichen Angriffs auf eine Polizeibeamtin: Das ließ die Richterin aus der Vita des Mannes verlauten. Er selbst sagte nahezu reflexartig auf alles nein, machte aber gleichzeitig den Eindruck, den Englisch-Dolmetscher nicht wirklich zu verstehen. Allein die Beantwortung der Frage, ob er sich nicht, teilweise oder vollinhaltlich schuldig bekenne, dauerte Minuten, ohne zu einem Ergebnis zu führen. Als er anschließend während der Zeugenanhörung auf der Anklagebank saß, wurde er mehrmals ermahnt, nicht dazwischen zu reden.
Malawi umklammerte Steward
Laut Staatsanwaltschaft hatte der 42-Jährige im Flugzeug einen Steward so heftig umklammert, dass es von den Beamten große Körperkraft erforderte, seinen Zugriff zu lösen. Er habe Angst gehabt, eine Injektion zu bekommen, versuchte der Angeklagte nach längerem Ausweichen auf konkrete Fragen, sein aggressives Verhalten zu rechtfertigen.
Zwei Polizisten wurden über den gescheiterten Abschiebevorgang befragt. Man habe ein vorbereitendes Gespräch geführt, hieß es. Als der Mann abgeholt wurde, sei er sehr nervös, aber introvertiert und unkooperativ gewesen, sagte ein Chefinspektor. Während der Fahrt zum Flughafen in Schwechat habe es keine Probleme gegeben. Vor dem Boarding nahmen die Beamten Kontakt zum Piloten auf. Als sie den Afrikaner dann zum Sitzplatz geleiteten, "gab es die ersten Schreiereien", sagte der Zeuge. Der Mann wehrte sich massiv gegen eine Fixierung und umklammerte ein Besatzungsmitglied. Als er schließlich aus der Maschine gebracht wurde, hielt er sich an der Gangway fest und wehrte sich weiter.
Die Beamten redeten ihren Angaben zufolge beruhigend auf den Mann ein. Er habe Englisch gesprochen und auch jedes Wort verstanden, meinte der Zeuge. Der 42-Jährige habe mit aller Kraft versucht, sich den Beamten zu entwinden, schilderte ein Kollege die Situation. (red)