Afrikanische Schweinepest rückt nach Österreich vor

In Tschechien wurden 80 km von der österreichischen Grenze entfernt 191 verseuchte Wildschweine erlegt.
In Tschechien wurden 80 km von der österreichischen Grenze entfernt 191 verseuchte Wildschweine erlegt.Bild: zVg

Die Afrikanische Schweinepest wird zur Gefahr für Österreich. Die Tierseuche könnte Milliardenschäden verursachen, ist aber für Menschen ungefährlich.

"Auch Österreich ist gefährdet", betont Mag. Martina Gerner, die Referentin für Schweinehaltung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, zu „Heute". Die Seuche nähere sich den österreichischen Grenzen ungewöhnlich schnell. Doch bisher ist die Schweinepest hierzulande noch nicht aufgetreten.

191 verseuchte Wildschweine

Bereits im Juni vergangenen Jahres wurde aber das österreichische Gesundheitsministerium von den tschechischen Veterinärbehörden informiert, dass im Gebiet der Stadt Zlin, rund 170 Kilometer von Wien entfernt, bei 191 Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt wurde. Es sei davon auszugehen, dass die Schweinepest in der tschechischen Wildschweinpopulation verbreitet ist. Alle durchgeführten Untersuchungen der Hausschweine in Tschechien waren bisher hingegen negativ.

Milliardenschäden befürchtet

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Seuchenausbruches in Österreich könnten enorm sein, so Gerner. Handelseinschränkungen wären die Folge, die zu Milliardenschäden führen könnten. Sollte nur ein einziges Hausschwein erkranken, muss die Veterinärverwaltung sofort reagieren und Handelsbeschränkungen verhängen oder Sperrgebiete beschließen.

In Deutschland rechnet der deutsche Bauernverband bei einem Seuchenausbruch mit Kosten von "zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr". Rechne man die Kosten für die Seuchenbekämpfung und die gesamte Ernährungsbranche hinzu, lande man schnell in "zweistelliger Milliardenhöhe". Der Verband befürchtet eine neue Existenzkrise für viele Unternehmen.

Keine Impfung möglich

Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Die von äußerst widerstandsfähigen Viren ausgelöste Krankheit befällt Haus- und Wildschweine. Medikamente gegen die Tierseuche gibt es bisher nicht, eine vorbeugende Impfung ist nicht möglich. Werden Tiere in einem Stall befallen, muss der ganze Bestand geschlachtet werden. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest aber ungefährlich.



Sicherheitsvorkehrungen



Um eine Verbreitung nach Österreich und in den österreichischen Hausschweinebestand zu verhindern, wurden bereits die Sicherheitsvorkehrungen in gefährdeten Grenzgebieten von Niederösterreich erhöht. Die Freilandhaltung von Schweinen ist nur mehr nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Schweinehalter mussten ihre Weiden einzäunen. Wenn sich alle Schweinezüchter an die vorgeschriebenen Maßnahmen halten, seien österreichische Hausschweine nach wie vor sicher, betont Expertin Gerner.

(GP)

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