"Age of Empires IV" im Test: Die Rückkehr des Königs

Lange mussten Fans von "Age of Empires" auf einen neuen Teil der Serie warten. Nun bringen die Echtzeitstrategie-Veteranen von Relic die Serie zurück.

"Age of Empires 4" (AoE4) versucht das Kunststück, sowohl an den sehr erfolgreichen zweiten Teil wie auch an den dritten Teil anzuknüpfen. Wieder wird im Mittelalter eine Siedlung aufgebaut, Ressourcen gesammelt und mit Heeren gegeneinander ins Feld gezogen. Anstatt der Dutzenden an Zivilisationen, die noch in Teil zwei zur Auswahl standen, sind es diesmal acht Kulturen.

Diese spielen sich dafür deutlich unterschiedlicher und erinnern eher an die Zivilisationen aus dem dritten Teil. Ebenfalls zurück sind historische Kampagnen, die spannend erzählt und inszeniert sind, allerdings nicht ganz an das Flair der Kampagnen aus "Age of Empires 2" herankommen. Durch die Missionen können kleine Doku-Clips zum Mittelalter freigeschaltet werden.

Vertrautes Gefühl, wesentlich flotter

Der Spielablauf wird "AoE"-Spielern vertraut vorkommen, besonders jenen, die Erfahrung mit "AoE2" haben. Fans der Serie merken aber sofort, dass "AoE4" zu Beginn wesentlich flotter in Gang kommt. Es dauert nicht so lange wie in früheren Teilen, um ins nächste Zeitalter aufzusteigen. Dies wird – wie bei den asiatischen Zivilisationen in "AoE3" – durch das Bauen eines besonderen Gebäudes gemacht.

Pro Zeitalter kann jeweils zwischen zwei Möglichkeiten gewählt werden, was viel strategische Tiefe ermöglicht. Diese besonderen Gebäude sind es auch, die man beim Gegner zerstören muss, um das Spiel zu gewinnen. Multiplayer-Matches können so sehr viel schneller entschieden werden. In "AoE4" geht der wirtschaftliche Aufbau wesentlich flotter vonstatten, dafür dauert das Erforschen neuer Technologien und das Ausbilden von Einheiten spürbar länger.

Makrolastiger als frühere Teile

Das macht "AoE4" etwas makrolastiger als frühere Teile: Gefühlt geht es weniger darum, einzelne Einheiten perfekt zu steuern, sondern eher darum, die eigenen Einheiten korrekt zu platzieren und die richtigen Kontereinheiten zur Streitmacht des Gegners zu bauen. Die Steuerung geht insgesamt leicht und flüssig von der Hand, allerdings ist es manchmal etwas schwer, einzelne Einheiten aus einem Pulk von Einheiten auszuwählen.

"AoE"-Veteranen bemängelten bei der offenen Beta, dass keine Hotkeys manuell vergeben werden konnten, das wurde in der Verkaufsversion nachgereicht. Die standardisierte Hotkey-Belegung ist wie auch die gesamte Steuerung sehr intuitiv und geht leicht von der Hand. Das sehr nüchterne Interface wird bei "AoE"-Veteranen, die die liebevoll verzierten Interfaces der Vorgänger gewohnt sind, für Wehmut sorgen, ist aber sehr aufgeräumt und übersichtlich.

Fazit: "AoE" ist wieder da!

Insgesamt ist "Age of Empires 4" ein würdiger Nachfolger, der gekonnt die besten Elemente der Vorgänger vereint. Die Kampagnen sind gut und packend gemacht, auch wenn der Charme der "Age of Empires 2"-Kampagnen fehlt. Die Steuerung funktioniert wieder serientypisch simpel und ist schnell erlernbar, nur manchmal geht im Getümmel die Übersicht ein klein wenig verloren. 

Das Gameplay setzt auf einen raschen Einstieg und gutes Tempo, legt aber viel Wert auf durchdachte wirtschaftliche Planung und Makromanagement. Die Matches sind abwechslungsreich und versprechen viel spielerische und strategische Tiefe. Ob "AoE4" auch online an den Erfolg des übergroßen Vorgängers "AoE2" anknüpfen kann, müssen die kommenden Wochen und Monate zeigen. Das Potential dafür ist jedenfalls da.

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