Frecher geht es echt nicht: Eine schwedische Modelagentur lauerte Mädchen auf, die gerade in einer Klinik für Essstörungen in Stockholm in Behandlung waren. Sobald die Kranken das Haus verließen, wurden sie von den Modelscouts angesprochen - eines der Mädchen saß sogar im Rollstuhl, so geschwächt war sie.
Mitarbeiter der Modelagentur hätten vor der staatlichen Einrichtung "Mädchen, die zu einem Spaziergang gingen", abgefangen, sagte die Leiterin der Klinik, Anna-Maria af Sandeberg, am Donnerstag. Um welche Agentur es sich handelte, sagte sie nicht.
Agenturmitarbeiter wussten Abläufe der Klinik
Die Mitarbeiter der Agentur seien über die Abläufe in der Klinik gut informiert gewesen und hätten überhaupt keine Hemmungen gehabt, beklagte af Sandeberg. "Eine von denjenigen, die angesprochen wurden, saß im Rollstuhl, weil sie so abgemagert war", fügte sie hinzu. Demnach fanden die Anwerbeaktionen vor einigen Monaten statt. Die Klinik habe als Gegenmaßnahme ihre Tagesabläufe verändert.
Die betroffene Einrichtung ist die größte ihrer Art in Schweden. Dort werden derzeit etwa 1.700 Menschen behandelt, in der Mehrzahl junge Mädchen, aber auch Buben und Erwachsene. Im Angebot sind sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen.
APA/red.