Die Ursache für die aktuelle Wespenplage liegt in den unverhältnismäßig warmen Temperaturen im März und April, wie Biologin Sylvia Hirsch gegenüber "Radio Wien" darlegt. "Da kommen die jungen Wespenköniginnen aus ihren Winterquartieren und beginnen mit der Staatenbildung. Durch diesen warmen März und April sind nur ganz wenige gestorben, darum haben wir jetzt im August so viele Wespen."
Ihr natürlichen Feinde, die Hornissen, lieben es allerdings nicht ganz so warm. Deswegen haben die kleinen gelb-schwarz gestreiften Plagegeister jetzt Hochsaison.
Das Problem: Durch ihre große Anzahl und dem Mangel an Fallobst sind die Wespen derzeit aggressiv und scheuen sich nicht davor, auch auf der nächsten Brettljause in Scharen zu landen.
Rund 7.000 bis 8.000 Wespen umfasst der Hofstaat einer einzelnen Kolonie, so Hirsch. Diese Nester sind ab Mitte August prall gefüllt und zu groß um noch von Fachpersonal umgesiedelt zu werden – erst nachdem das Königreich im Winter untergegangen ist, können die Baue entfernt werden.
Futter für die Invasoren
Zumindest gibt es Abhilfe. Wie die Biologin gegenüber "Radio Wien" erklärt, kann man die nervigen Insekten leicht mit überreifen Weintrauben vom eigenen Essen fern halten. Der Zuckergehalt der vergehrenden Trauben würde Wespen magisch anziehen. Dabei sollte diese Futterfalle allerdings in einiger Entfernung aufgestellt werden.
Ein Wespenstich ist für die meisten Menschen zwar schmerzhaft, aber eher harmlos. Allerdings senden Wespen bei ihrer Attacke ein Alarmpheromon aus, das andere Artgenossen ebenfalls angreifen lässt. Gefahr droht vor allem Allergikern: Bei ihnen kann ein einziger Stich schon zum Tod führen.
(rcp)