Ai Weiwei will mit China aus Milchdosen provozieren

Bild: Alex Hofford
Weil er auf Versorgungsprobleme im Riesen-Staat China aufmerksam machen will, baute der beim Regime unbeliebte Künstler Ai Weiwei eine Karte Chinas aus über 1.800 Dosen mit Babymilchpulver nach.


Damit wolle er auf verschiedene Probleme im Zusammenhang mit der hohen Nachfrage nach Babymilchpulver aufmerksam machen, sagte der international bekannte Künstler.

Lebensmittelsicherheit "ernstes Problem"

Zum einen gehe es um das Verbot für Besucher Hongkongs, größere Mengen des Pulvers nach Festlandchina auszuführen. Zum anderen solle die Frage berührt werden, warum Chinesen überhaupt nach Hongkong reisten, um Milchpulver zu erwerben. Die Lebensmittelsicherheit in China sei "ein sehr ernstes Problem", sagte Ai. "Die Menschen in Hongkong machen mit diesen Problemen Gewinn und leiden gleichzeitig darunter."

Ais Werk mit dem Titel "Babymilchpulver 2013" ist zehn mal acht Meter groß und besteht aus 1815 Dosen Babymilchpulver von sieben verschiedenen Marken. Alle Dosen wurden in Hongkong gekauft, wie der Chef der Ausstellungshalle Para Site, Cosmin Costinas, sagte. Es gebe keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen, um den Diebstahl des Milchpulvers zu verhindern.

Seit Babymilch-Skandal wollen Mütter Auslandsware

In China ist die Nachfrage nach Milchpulver für Babys sehr hoch, da vergleichsweise wenige Mütter ihre Kinder stillen. Einheimische Produkte sind jedoch seit einem Skandal im Jahr 2008 verschrien - damals waren sechs Kinder an mit der Chemikalie Melamin verseuchter Babymilch gestorben, tausende weitere wurden geschädigt. Deshalb versuchen chinesische Eltern, möglichst internationale Produkte zu bekommen.

Gefängnisstrafe auf Babymilch-Ausfuhr

In Hongkong gilt seit März ein Ausfuhrverbot für größere Mengen, bei Verstößen drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Auch in Australien und sogar in Europa sind die Auswirkungen der chinesischen Nachfrage zu spüren.

APA/red.
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