Der sehbeeinträchtigte Ski-Athlet Johannes Aigner schrieb in Peking rot-weiß-rote Paralympics-Geschichte! Der 16-jährige Niederösterreicher carvte am Schlusstag der Winterspiele mit Guide Matteo Fleischmann auf Frühlingsschnee zu Slalom-Silber – und gewann damit als erster österreichischer Sportler fünf paralympische Alpin-Medaillen an einem Ort.
Aigner musste sich nur dem Italiener Giacomo Bertagnolli (Guide: Andrea Ravelli) um 0,23 Sekunden geschlagen geben. Der Gloggnitzer, der mit acht Prozent Sehleistung durch die Tore fliegt, kann mit Silber gut leben: "Ich habe gemerkt, dass das Programm hier an die Substanz gegangen ist, vor allem im zweiten Durchgang war es krafttechnisch schon schwierig. Deshalb war es heute nicht mehr so flüssig wie im Riesentorlauf, aber Bertagnolli ist auch ein ziemlich perfekter Lauf gelungen", so Aigner.
Der Teenager, der in Peking zwei Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze eroberte, zieht zufrieden Bilanz. "Wir sind mit dem Ziel nach China geflogen, dass wir eine Medaille gewinnen möchten. Dass wir hier so abräumen, damit war nicht zu rechnen. Ausschlaggebend war sicher Abfahrts-Gold, weil es völlig unerwartet war, danach ist alles viel leichter gegangen."
So richtig realisiert, was ihm in Peking gelungen ist, hat Aigner, der bei der Schlussfeier im Vogelnest-Stadion mit der österreichischen Fahne einmarschieren wird, noch nicht. "Hier ist alles Schlag auf Schlag gegangen, deshalb freue ich mich auf daheim, um das alles in Ruhe nachwirken zu lassen und zu kapieren, was wir da geschafft haben."
Neben den Medaillenprämien vom Österreichischen Paralympischen Committee – für Gold gibt es 12.000 Euro, Silber ist mit 10.000 Euro dotiert und Bronze mit 8.000 Euro – hat sich Aigner die schönste Belohnung für seine Erfolge bereits selbst gemacht. "Am Montag beginnt wieder die Schule, aber ich habe noch eine Woche frei. Dann muss ich schauen, dass schulisch auch so viel weitergeht, wie bei den Paralympics. Mal schauen, ob das auch so aufgeht", lacht Aigner, dem Papa Christian für seine Medaillen einen Schrank zimmern wird.
Österreich beendet die XIII. Paralympischen Winterspiele in Peking mit insgesamt 13 Medaillen. Fünf Mal Gold, fünf Mal Silber und drei Mal Bronze bedeuten für Österreich Rang sechs im Medaillenspiegel - vor Deutschland, Norwegen oder Italien.