Airbus zieht Rekord-Auftrag an Land

Bild: Michel Euler (AP)
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat den größten Auftrag seiner Geschichte von einem indonesischen Billigfluganbieter erhalten. Lion Air habe 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellt, teilten Airbus und die französische Regierung am Montag mit.


Staatspräsident Francois Hollande erklärte, der Auftrag sei "der größte für Airbus sowohl was die Zahl der Maschinen als auch das Gesamtvolumen angeht". Die Asiaten sollen 174 Maschinen der neuen Baureihen A320neo und A321neo erhalten. Hinzu kommen 60 herkömmliche A320-Modelle. Mit den neuen Maschinen will Lion Air sein Streckennetz im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen und zudem neue Fluggesellschaften außerhalb Indonesiens gründen.

Boeing ist Verlierer

Mit dem Auftrag von Lion Air luchsten die Toulouser dem Erzkonkurrenten Boeing einen seiner größten Kunden in den Schwellenländern ab. Die Indonesier hatten noch vor zwei Jahren 201 Maschinen für 22 Mrd. Dollar (aktuell 16,8 Mrd. Euro) bei den Amerikanern bestellt. Lion Air baute seine Flotte zuletzt stark aus, um den Bedarf nach Mittelstrecken-Fliegern auf dem schnell wachsenden Luftfahrtmarkt des Landes zu decken.

Lion-Air-Chef Rusdi Kirana kündigte im Reuters-Interview an, für 2015 den Gang aufs Parkett erneut anzustreben. Erst im vergangenen Jahr hatten die Indonesier den Börsengang wegen der Marktturbulenzen auf Eis gelegt. Auf die Frage, was mit den frisch bestellten Maschinen geschehen soll, sagte Kirana: "Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum."

Airlines modernisieren Maschinen

Trotz konjunktureller Schwankungen erweist sich das Verkehrsfliegergeschäft weltweit als robust. Zahlreiche Fluglinien modernisieren ihre Flotten, um mit spritsparenden Jets auf steigende Treibstoffpreise zu reagieren. Für den Airbus-Mutterkonzern EADS ist der Boom in der Zivilluftfahrt ein Segen. Für das laufende Jahr will das Unternehmen mit bis zu 610 Airbus-Zustellungen den bisherigen Auslieferrekord knacken. Das Geschäft mit Rüstungstechnik läuft indes weniger gut. Die Sparte wird derzeit saniert und stellt sich angesichts knapper Staatsetats in Europa auf schwierigere Zeiten ein.

APA
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