Kann das Land Oberösterreich tatsächlich auf bereitstehende Bundesmillionen für den Neu- und Ausbau von Kinderbetreuungs-einrichtungen verzichten? AKOÖ-Präsident Johann Kalliauer kritisiert die unangebrachte Zurückhaltung des zuständigen Landes-Ressorts auf dem Rücken berufstätiger Mütter von Kleinkindern.
Tatsächlich richtete der Bund vor zwei Jahren einen Extra-Investitionstopf zur Förderung von Kinderkrippen und zusätzlichen Kindergartengruppen auch für unter dreijährige Knirpse ein. Immerhin geht es insgesamt um 45 Millionen Euro, die unter allen Bundesländern aufzuteilen sind.
Oberösterreich zeigte sich bislang zurückhaltend, ließ viel Geld im Finanzministerium liegen, so der Kalliauer-Vorwurf. Und das, obwohl es landesweit an Betreuungseinrichtungen mangelt, Neubauten unter Hinweis auf die herrschende Finanzknappheit ausbleiben. Vor allem junge Mütter, die dringend einen Ganztagesjob benötigen würden, scheitern am Fehlen einer geeigneten Kinderbetreuungsstätte.
Der Hintergrund: Die Bundesmillionen fließen nur dann, wenn das Land entsprechende Neubauten mitfinanziert.
AK-Präsident Kalliauer: Das ist Sparen am falschen Platz, bei unseren Kindern ist der Rotstift nicht anzusetzen.
Der ressortzuständige Landesrat Josef Stockinger kontert: 2009 haben wir eine Ausbauoffensive gestartet. Wir lassen keinen Cent in Wien liegen!Carlo Korosa