Akademikerball-Demo friedlich, wenig besucht

Die Demonstration gegen den Akademikerball verlief auch dieses Jahr wieder friedlich, wie die Polizei mitteilt. Eisige Temperaturen hielten allerdings wohl viele fern.
Der von der FPÖ organisierte Akademikerball der deutschnationalen Burschenschaften fand am Freitag erneut in der Hofburg statt. Wie jedes Jahr gab es auch heuer wieder eine Gegendemonstration. Diese fiel allerdings deutlich weniger gut besucht aus als in den vergangenen Jahren.

Zwischenfälle gab es keine, wie die Polizei mitteilt. "Ein paar" pyrotechnische Gegenstände wurde abgebrannt, vereinzelt kam es zu Anhaltungen und Identitätsfeststellungen durch die Polizei. Festnahmen gab es aber nicht. Die Demo bleib wie auch in den vergangenen Jahren ruhig.



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Ob die eisigen Temperaturen oder die "Konkurrenz" durch die Donnerstagsdemo an der geringen Teilnehmerzahl schuld waren, kann man schwer sagen. Laut Polizei nahmen 1.600 Menschen am Demonstrationszug teil, die Veranstalter sprachen von 4.500 Teilnehmern. Selbst die Schätzungen der Veranstalter sind weit weg von den rund 8.000 Teilnehmern im vergangenen Jahr.

"Gegenwehr zerbricht"

Diesen Umstand ließen auch einige Ballbesucher nicht unkommentiert. Der geschäftsführende FPÖ-Klubchef Johann Gudenus sagte bei seiner Ankunft, die abnehmende Zahl an Demonstranten zeige, "dass die Gegenwehr langsam zerbricht". Weiters stärkte er FPÖ-Innenminister Herbert Kickl nach dessen umstrittenen Sagern in Bezug auf Politik und Rechtsstaat den Rücken.



Weniger gesprächig zeigte sich bei seiner Ankunft Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er eilte mit seiner Frau Philippa im Arm rasch an den Journalisten vorbei, ohne Fragen zu beantworten. Erst bei der Eröffnungsrede im Ballsaal nahm dann auch er den Innenminister in Schutz.



FPÖ-Vizekanzler Strache bei seiner Ankunft. (heute.at)

Willi Gabalier tanzt Mitternachtseinlage

Für die Mitternachtseinlage war heuer ein Gabalier zuständig, nämlich Profi-Tänzer Willi Gabalier. Der ältere Bruder von Schlagerstar Andreas Gabalier erzählte der APA, dass es sein erstes Mal am Akademikerball sein. Berührungsängste habe er keine. "Ich habe viele Freunde bei Burschenschaften, die sehr liebenswerte Freigeister sind und die in keinster Weise radikal sind", betonte er.

Rechtsextreme als Gäste

Wie in den Jahren zuvor, tummelten sich allerdings auch heuer wieder einige bekannte Rechtsextreme am Ball. So etwa der "Identitären"-Chef Martin Sellner mit seiner Verlobten. Auch andere Mitglieder der rechtsextremen "Identitären" gingen auf den Ball.

(hos)

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