AKH-Affäre: Ex-Pilot bot 40.000 € für neue Lunge

Dem Wiener AKH wird vorgeworfen, Patienten gegen Geld bei Transplantationen vorgereiht zu haben. Bereits im März stand ein Arzt deswegen vor Gericht. Er soll eine vorgezogene OP versprochen haben.

Der Vorwurf ist gewichtig: Schwer kranke Patienten zahlen Tausende Euro, dafür werden sie auf der Warteliste für Organspenden besser gereiht, womit sich ihre Chance erhöht, am Leben zu bleiben.

Aktuell steht das Wiener AKH unter Verdacht, einer Griechin (47) auf diese Art schneller zu ihrer neuen Lunge verholfen zu haben. Der Leiter der Transplantationsabteilung, Walter Klepetko (operierte auch Niki Lauda), dementiert heftig.

Schon 2015 Vorwürfe

Es ist freilich nicht das erste Mal, dass es Wirbel um Spenderorgane gibt. Und schon einmal ging es um einen griechischen Staatsbürger. 2015 zahlte ein 68-jähriger Ex-Kampfpilot 40.000 Euro, um rascher zu einer Lunge zu kommen. Klepetko betont gegenüber "Heute", die Sache damals selbst zur Anzeige gebracht zu haben. Der Patient wurde nicht vorgereiht, der beteiligte AKH-Lungenspezialist suspendiert und im März – nicht rechtskräftig – zu 15 Monaten bedingt verurteilt.

Expertenkommission geplant

Pikant: Klepetko und der Verdächtige arbeiten bis heute beide im Privatspital Confraternität. Der Lauda-Arzt fordert Hausverbot für den Kollegen. Dieser wiederum ortet eine Kampagne, um ihn "mundtot zu machen". Sein Anwalt Wolfgang Blaschitz sieht den Mandanten als vorgeschobenes Opfer, das man mit der Anzeige loswerden wollte. Das AKH, dessen Ruf auf dem Spiel steht, hat angekündigt, eine Expertenkommission zur Aufklärung der Vorwürfe einzusetzen.

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