Nicht in den Restmüll

Akku-Alarm in Wien – Immer mehr Müllautos brennen

Immer öfter lösen falsch entsorgte Lithium-Akkus Brände in Müllautos der MA 48 aus. Die Stadt warnt jetzt vor der wachsenden Gefahr.
Wien Heute
02.08.2026, 22:10
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Die Gefahr lauert oft unscheinbar im Restmüll: Falsch entsorgte Lithium-Akkus sorgen in Wien immer häufiger für Brände – und bringen Mitarbeiter der MA 48 in Gefahr. Heuer kam es laut der Wiener Abfallwirtschaft bereits zu neun Vorfällen mit Bränden oder Rauchentwicklung in Müllfahrzeugen, so der "Kurier". Im gesamten Vorjahr waren es nur drei.

Akkus entzünden sich in Müllpresse

Damit brennt es inzwischen durchschnittlich ein- bis zweimal pro Monat in einem Müllwagen. Der Grund: Akkus aus Handys, E-Zigaretten, Spielzeug oder elektrischen Zahnbürsten landen immer wieder im Restmüll. Werden sie in der Müllpresse gequetscht, können sie sich innerhalb weniger Sekunden entzünden.

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Besonders dramatisch verlief ein Einsatz heuer. "Das Müllsammelfahrzeug musste von der Feuerwehr gewaltsam geöffnet werden. Brandursache war tatsächlich ein defekter Akku", berichtet eine Sprecherin der MA 48 gegenüber dem "Kurier". Das zwölf Jahre alte Fahrzeug sei danach nicht mehr zu retten gewesen und wurde so selbst zum Entsorgungsfall.

Für die Mitarbeiter gibt es klare Vorgaben. "Bei Rauchentwicklung wird das Fahrzeug – möglichst, ohne den Verkehr zu behindern oder Wohnhäuser zu gefährden – abgestellt und die Feuerwehr gerufen. Nach dem ersten Löschen wird das Fahrzeug auf betriebseigenem Gelände geöffnet und nachgelöscht", erklärt die MA-48-Sprecherin.

Brände auch bei Müllverwertungsanlagen

Doch nicht nur auf den Straßen wird die Lage brenzlig. Auch in den Anlagen der MA 48 kommt es immer häufiger zu Zwischenfällen. In der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau brennt es laut Stadt bereits "ein- bis zweimal pro Woche zu Bränden im Sperrmüllbunker". Die Feuer entstehen schon beim Schreddern des Sperrmülls und nicht erst in der Verbrennungsanlage.

Dass das Problem enorme Folgen haben kann, zeigte Anfang Juli der Großbrand in einer Müllhalle in Wien-Stadlau – "Heute" berichtete. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein falsch entsorgter Lithium-Ionen-Akku das Feuer ausgelöst hat. Die Flammen verursachten einen Millionenschaden, zudem mussten Südost-Tangente, U2 und eine ÖBB-Strecke stundenlang gesperrt werden.

MA 48 appelliert: "Akkus nicht in den Restmüll!"

Die MA 48 richtet deshalb einen eindringlichen Appell an die Wiener. Lithiumbatterien seien "als potenzielle Auslöser von (Groß-)Bränden" keinesfalls im Restmüll zu entsorgen, weil dadurch auch Mitarbeiter der MA 48 "gefährdet" seien. Akkus und Geräte mit eingebauten Batterien sollen ausschließlich auf Mistplätzen, bei Problemstoffsammelstellen oder im Handel abgegeben werden.

Auch die Entsorgungsbranche fordert Konsequenzen. Im Vorjahr gab es österreichweit 36 größere Brände in Entsorgungsbetrieben. Gleichzeitig sind laut Wirtschaftskammer bereits 46,5 Prozent aller neu verkauften Gerätebatterien Lithiumbatterien. Gesammelt werden derzeit aber nur rund 13 Prozent. Deshalb werden Maßnahmen wie ein Akku-Pfand diskutiert. Zudem werden Einweg-Vapes in Österreich ab 2027 verboten.

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