Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr zog am Mittwoch (16.8.) Bilanz über die "Aktion scharf" bei privaten Wiener Kindergarten-Betreibern. "Es gab 1.800 Kontrollen im Förderbereich und im Bereich der MA11", so Wiederkehr. Die Prüfer achteten auf die Einhaltung von pädagogischen und sicherheitstechnischen Standards. Im letzten halben Jahr wurden fünf Kindergärten und zwei Kindergruppen geschlossen, weil Standards nicht eingehalten wurden. "Es waren kleinere Kindergärten, mit oft nur einem Standort", so Wiederkehr. "Nichts war mit 'Minibambini' zu vergleichen. Gründe für Schließungen können sein, dass es zu wenig oder nicht qualifiziertes Personal gibt." Die Kinder wurden in anderen Einrichtungen untergebracht. "Wir haben in Wien bei den 3 bis 6-jährigen Kindern eine Überversorgung."
Doch nicht nur pädagogisch müssen Standards erfüllt werden – auch die Abrechnungen müssen stimmen. Demnächst wird eine KI (Künstliche Intelligenz) Unregelmäßigkeiten von Fördergeld-Sündern herausfiltern. "Heuer wurden bereits 142.801 Euro zurückgefordert", so Wiederkehr. Dabei handelt es sich um zu Unrecht ausbezahlte Fördergelder, die nicht für Kinder verwendet wurden. "Es können beispielsweise Gutscheine oder Geschenke für Mitarbeiter sein", führte MA10-Vizechef Kurt Burger aus.
Noch werden die Jahresabrechungen der 400 privaten Kindergarten-Träger händisch kontrolliert, bald soll mit KI geprüft werden, ob Kinder korrekt abgerechnet werden. Auffällig sei beispielsweise, wenn Kinder niemals krank seien. Manchmal werden auch für Halbtages-Kinder ganze Tage abgerechnet. Mit KI-Kontrolle sollen solche Tricksereien nicht mehr möglich sein, erklärt Burger. "Die Aktion scharf in den Kindergärten geht weiter", so Wiederkehr. Beim Skandal-Kindergartenbetreiber "MInibambini" läuft noch das Konkursverfahren.