Aktivisten klauten Pinguin und fällen sein Todesurteil

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Um gegen die Haltung von Pinguinen zu protestieren, befreiten Tierschützer ein Exemplar aus dem Zoo. Dessen Überlebenschancen ist aber in der freien Natur minimal.
Um gegen die Haltung von Pinguinen zu protestieren, befreiten Tierschützer ein Exemplar aus dem Zoo. Dessen Überlebenschance ist aber in der freien Natur minimal. 
Der Brillenpinguin gilt als bedroht. Dessen Bestand ist vor allem wegen der Fischerei gefährdet und anhaltend abnehmend. Um ihn vor dem Aussterben zu bewahren, gibt es in einigen Zoos weltweit spezielle Zuchtprogramme. So auch im Bayworld-Marinepark im südafrikanischen Port Elizabeth.

Aus Sicht zweier Tierrechtsaktivisten ist die Haltung der Tiere dort nicht angemessen. Deshalb befreiten sie vergangene Woche ein Männchen namens Buddy und setzen es im Indischen Ozean aus. Ihr Ziel war es, auf die angeblichen Missstände im Zoo aufmerksam zu machen. 

Große Sorge um Buddy

Dafür brachen sie nächtens ins Gehege ein, entwendeten den Vogel und setzten ihn in den Kofferraum ihres Wagens. Das zeigten am nächsten Morgen Aufnahmen der Überwachungskamera. Diese wurden ausgewertet, als das Fehlen des Pinguins bemerkt wurde. Zwar stellten sich die beiden Männer kurz darauf, dennoch müssen sie nun mit einer Anklage rechnen. Genauso offen wie deren Ausgang sind auch Buddys Überlebenschancen, denn ob der in Gefangenschaft aufgewachsene Vogel in Freiheit durchkommt, kann niemand sagen. Es ist ungewiss, ob er ausreichend Nahrung fangen kann. Außerdem fehlen ihm Erfahrungen mit Fressfeinden. Deshalb werden Tiere normalerweise intensiv auf ihre Auswilderung vorbereitet.

Traurige (Stroh)-Witwe

Das ist aber noch nicht alles: Im Zoo musste Buddy zudem seine Partnerin zurücklassen, mit der er zusammen zwei Küken aufzog. Eines der Jungtiere sei in der Zwischenzeit verstorben, teilte der Zoo mit. Allerdings sei unklar, ob Buddys Verschwinden damit ursächlich zusammenhänge. Das Weibchen könne das Nest kaum verlassen, weil sein Partner es nicht mehr ablöse. Die Pfleger müssen daher wohl unterstützend eingreifen. Mitarbeiter des Parks halten nun gemeinsam mit Freiwilligen entlang der Küste nach einem herrenlosen, markierten Pinguin Ausschau. Sie hoffen, Buddy lebend aufgreifen zu können.
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