Al Gore kämpft weiterhin gegen den Klimawandel

2006 warnte der ehemalige US-Vizepräsident mit der Doku "Eine unbequeme Wahrheit" vor der globalen Erwärmung. Was hat sich seither getan?
Mit dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm brachte Al Gore vor elf Jahren viel in Bewegung und schaffte ein globales Bewusstsein für den Klimawandel und die Erderwärmung. In der Fortsetzung "Immer noch eine unbequeme Wahrheit" wirft der 69-Jährige nun einen Blick darauf, was in der Zwischenzeit alles passiert ist.

Dafür wurde der Friedensnobelpreisträger bei seinem unermüdlichen Kampf für eine bessere Welt während seiner Reisen, Vorträge und Konferenzen von Kameras begleitet.

Er besucht Gletscher auf Grönland, die in den letzten Jahren massiv an Eis verloren haben und lässt sich von Glaziologen erklären, welche Rolle der CO2-Haushalt in der Atmosphäre dabei spielt.

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Man sieht ihn bei Vorträgen vor Hunderten wissbegierigen Trainees, die seinen Enthusiasmus und sein ideologisches Denken teilen.

Gore zeigt mit teilweise drastischen Bildern, dass alles, was sich getan hat, noch immer nicht genug war, um den Klimawandel zu stoppen. Unter der Präsidentschaft von Barack Obama wurde das von Bush gecancelte "Deep Space Climate Observatory" umgesetzt und das Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz unterzeichnet.

Doch zunehmende Wetterkatastrophen wie Hurrikan Katrina und Sandy zeigten in der jüngsten Vergangenheit, dass es vielleicht schon zu spät sein könnte.

Terrorismus und Flüchtlingskrise

Der ehemalige US-Vizepräsident scheut sich auch nicht davor, die Erderwärmung mit der Flüchtlingskrise und dem islamistischen Terrorismus, mit der die Welt seit ein paar Jahren konfrontiert sind, in Verbindung zu bringen. Eine lang andauernde Dürreperiode hatte in Syrien ein massive Landflucht zur Folge, die das einst wohlhabende Land in einen bis heute andauernden Bürgerkrieg stürzte.

Gore befand sich während der Terroranschläge vom 13. November 2015 im Vorfeld der UN-Klimakonferenz gerade in Paris und erlebte die Geschehnisse hautnah mit.

Höhepunkt bei Klimakonferenz

Wenige Tage nach den Anschlägen von Paris schlug dort die Stunde des Triumphs für Gore. Die Aufnahmen hinter den Kulissen bei der Klimakonferenz verdeutlichen seine wichtige Rolle als Lobbyist. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass Indien als letztes Land zur Unterschrift unter dem Klimaabkommen überzeugt werden konnte.



Mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sitzt nun ein erklärter Leugner des Klimawandels im Weißen Haus. Gore beschreibt diesen Rückschlag mit einem Zitat von Mike Tysons Boxtrainer Cus D'Amato: "Jeder hat einen Plan, bevor er ins Gesicht geschlagen wird".

Doch wie Mike Tyson lässt sich auch Al Gore von solchen Rückschlägen nicht beeindrucken. Er gibt sich weiter kämpferisch und steht unermüdlich an vorderster Front.

Fazit

Jene Menschen, die den Klimawandel nach wie vor skeptisch gegenüberstehen, sollten sich den Film unbedingt ansehen. Es könnte sein, dass ihre Meinung durch die Fakten, die der charismatische Gore auf den Tisch legt, danach ändern. All jene, die davon überzeugt sind, dass fossile Brennstoffe einen negativen Einfluss auf das Klima haben, werden in ihrer Annahme nur weiter gestärkt.

Ab 8. September kann man sich in den Kinos ein Bild vom Status Quo der Erderwärmung machen.

(baf)

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