Ein Protokoll belegt jetzt schwarz auf weiß, wie sehr ein privater Sicherheitsdienst beim Anschlag auf das Linzer Rathaus versagt hat: Laut dem Heute vorliegenden Schriftstück wurde in der Nacht des Feuerattentats um exakt 1.38 Uhr und 27 Sekunden Einbruchsalarm ausgelöst. Allerdings: Der Wachmann hatte alle Warnungen ignoriert!
Zehn Tage nach dem Anschlag auf das Büro von Stadträtin Susi Wegscheider (ÖVP) tappen die Ermittler der Polizei noch im Dunkeln. Was die Ermittler aber viel mehr ärgert ist ein Umstand, der von Heute aufgedeckt wurde - und der jetzt durch ein Protokoll lückenlos bestätigt wird.
Demnach spazierte der Täter fast zehn Minuten lang auf den alarmgesicherten Außenbalkonen des Amtsgebäudes herum, ehe er fünf mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Bierflaschen in Wegscheiders Büro schleuderte. Die Zeit konnte der Täter gut für sich nutzen, denn jede Auslösung des Einbruchsalarms wurde umgehend abgewiesen.
Um 1.49 Uhr schlug jedenfalls die automatische Brandmeldeanlage an, welche die Berufsfeuerwehr alarmierte. 23 Mann konnten ein Flammeninferno verhindern, aber ein Wachmann schaffte es nicht, zehn Minuten vor dem Feueralarm trotz unzähliger Meldungen der Alarmanlage die Polizei per Notruf zu verständigen oder selbst nach dem Rechten zu sehen. Ein verärgerter Polizist: Wir müssen auch jede Überfallsmeldung auf eine Bank ernst nehmen, obwohl fast jede ein Fehlalarm ist Robert Loy