Wirtschaft

Alarm im Job: 87 Prozent sind überlastet!

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:49

48 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich sehen "Burnout als eine ernst zu nehmende Krankheit durch Überlastung im Beruf, für die auch private Ursachen verantwortlich sind". So lautet die Kernaussage der brandneuen vierten "Monster Jobwechsler Studie", die am Mittwoch in Wien präsentiert wurde. Insgesamt besorgniserregende 87 Prozent der Befragten fühlen sich heutzutage in Beruf und/oder Privatleben überlastet.

48 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich sehen "Burnout als eine ernst zu nehmende Krankheit durch Überlastung im Beruf, für die auch private Ursachen verantwortlich sind". So lautet die Kernaussage der brandneuen vierten "Monster Jobwechsler Studie", die am Mittwoch in Wien präsentiert wurde. Insgesamt besorgniserregende 87 Prozent der Befragten fühlen sich heutzutage in Beruf und/oder Privatleben überlastet.

Der gesellschaftliche Druck auf Österreichs Bevölkerung hat in den letzten Jahren weiter rasant zugenommen. 41 Prozent von über 1000 von IMAS im Auftrag von "Monster.at" befragten Österreichern über 16 Jahren gaben im Oktober 2013 an, dass der Druck auf sie privat wie beruflich "voll und ganz" zugenommen habe. Fast jeder Zweite (48 Prozent) beantwortete diese Frage immerhin mit "einigermaßen".

Das Leben wird zu schnell

Die Geschwindigeit im Leben wird als zu hoch empfunden. Je Älter die Befragten, umso höher der Grad der Überlastung. Neben Gesundheit und Familie wurden bei den Motiven, die im Leben als wichtig empfunden werden, ein sicherer Arbeitsplatz und ein gutes Einkommen häufig genannt. Aufstiegschancen im Büro kommt erst viel später. Der idelae Job definiert sich über einen sicheren Arbeitsplatz und den starken "Wunsch nach Anerkennung" seitens des Arbeitgebers für geleistete Arbeit.

"Burnout ist ernste Krankheit"

Die Folgen von Überlastung sind Burnout-Symptome, die zu psychischen Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Depressionen führen können. Für 48 Prozent der Befragten ist "Burnout eine ernste Krankheit". Für 33 Prozent "eine schwerwiegende, die sich durch steigenden Druck und Geschwindigkeit am Arbeitsplatz in Zukunft häufen wird". Nur mehr 12 Prozent finden, dass "Burnout" eine Modeerscheinung ist und von Arbeitnehmern oft vorgeschoben wird."

"Die Mehrheit ist also der Meinung, dass von Burnout Betroffene, keine Tachinierer sind", fasst Monster.at- Country Manager Barbara Riedl-Wiesinger das wichtigste Studien-Ergebnis zusammen. "Die Studie zeigt aber auch, dass die Bevölkerung den Grund für Burnout nicht mehr nur in der Arbeitswelt orten."

Balance zwischen Freizeit und Beruf finden

Wie bei so vielen Dingen im Leben kommt es auf die Balance an. Wer sich auf die Familie und ein ausgefülltes Privatleben stützen kann, baut Stress im Job leichter ab und verhindert Krankheiten. Wer aber wie etwa eine alleinerziehende Mutter beispielsweise auch zu Hause Stress hat, bräuchte ein ruhiges und erfüllendes Arbeitsumfeld, um nicht zu überlasten.

Paul Eiselsberg von IMAS - er hat die Studie erstellt - sieht hier einen Zusammenhang zwischen dem Typus Freizeit- oder Berufsorientiertem Mensch. Je nachdem, welcher Typ Sie sind, neigen Sie zu unterschiedlichen Einstellungen in punkto Burnout-Gefahr. Wiesinger: "Unsere Welt dreht sich immer schneller. Das betrifft alle Lebensbereiche. Zum Beispiel nimmt schon fast jeder sein Handy sogar mit ins Bett, liest E-Mails bis spät am Abend."

Burnout kennt schon fast jeder

93 Prozent der Österreicher kennt den Begriff "Burnout" mittlerweile. Das könne man bereits als flächendeckend bezeichnen. Drei Begriffe werden dabei mit Burnout am häufigsten in Verbindung gebracht: Stress, Überlastung und Überforderung. Eiselsberg: "Die Bevölkerung sieht Handlungsbedarf. In der Freizeit wie im Berufsleben. Mehr Schlaf und Sport werden hier genannt. Frauen fühlen sich zudem häufiger betroffen."

Für Kurosch Yazdi, Primar an der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg in Linz, "hat Burnout viele Faktoren und beschreibt einen Erschöpfungszustand. Die Weltgesundheitsorganisation hat Burnout aber nicht als Krankheit aufgeführt, sondern nur als belastenden Faktor, der zu Krankheiten führen kann. Prävention ist sehr wichtig. Politisch wird in diesem Bereich noch zu stark polarisiert."

Sport und Schlaf baut Stress ab

Arbeitgeber und Arbeitnehmer dürfen sich nicht gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, sondern müssten stärker zusammenarbeiten. Viele Firmen suchen mittlerweile um Beratungstermine bei Experten wie Yazdi an, um ihre Beschäftigten stärker schützen zu können. Jeder Arbeitnehmer selbst müsse aber ebenfalls an sich arbeiten, etwa Alkohol oder das Rauchen reduzieren. "Denn dies baut Stress nur kurzfristig ab, führt langfristig aber zu großen Problemen", sagt Yazdi. Auch er nennt Sport und ausreichend Schlaf als wichtigste Elemente im kampf gegen Stress.

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