Großeinsatz am Montagnachmittag in Wien und in Graz: In der Oberlaaer Straße (Wien) und in der Moserhofgasse (Stmk.) sorgte ein massives Polizeiaufgebot für Aufsehen. Die Einsatzkräfte sperrten die jeweiligen Bereiche weiträumig ab.
Grund dafür war ein Transporter aus Wien, der von der Exekutive angehalten wurde. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, soll sich ersten Informationen zufolge an Bord des Fahrzeugs radioaktiv kontaminiertes Material befunden haben.
Sofort wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Neben mehreren Polizeistreifen rückte auch die Berufsfeuerwehr Graz an. Der betroffene Lkw wurde genau untersucht, das Ladegut galt nach vorerst als kontaminiert. Für die Fahrer gab es jedoch Entwarnung: Bei ihnen konnte keine Strahlung festgestellt werden, dennoch wurden sie vorsorglich medizinisch untersucht.
Parallel dazu kommt es auch in Wien zu einem ähnlichen Einsatz. In Wien-Liesing wurde eine Straße komplett gesperrt, Einsatzkräfte in Schutzanzügen waren im Einsatz. Laut Behörden dürfte der Vorfall in der Bundeshauptstadt in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz in Graz stehen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, weitere Details sind derzeit noch offen.
Feuerwehrsprecher Lukas Schauer bestätigte gegenüber "Heute", dass es in einem Entsorgungsbetrieb am Montag um 10.30 Uhr zu einem Alarm gekommen ist. In angelieferten Gegenständen soll ein radioaktives Nuklid enthalten sein.
Binnen weniger Minuten wurde das Areal völlig abgesperrt. Die Berufsfeuerwehr führte umfangreiche Kontrollen und Messungen durch. Tatsächlich konnten die Feuerwehrmänner geringe Strahlenwerte feststellen. Zwei Personen, die mit dem Gegenstand zu tun hatten, wurden daraufhin sofort von der Berufsrettung in ein Hygienezentrum (MA15) überstellt und eine Dekontamination durchgeführt.
Ein Nuklid bezeichnet eine genau bestimmte Art von Atomkern, die durch die Anzahl von Protonen und Neutronen festgelegt ist. Haben Atomkerne gleich viele Protonen, aber unterschiedlich viele Neutronen, spricht man von Isotopen desselben Elements. Insgesamt sind mehr als 1.300 Nuklide bekannt, von denen nur rund 270 stabil sind.
Aktuell sind weitere Messungen und Nachforschungen im Gange, um die Herkunft des Gegenstandes zu klären. Für Personen außerhalb des Firmengeländes besteht keine Gefährdung. "Heute" sprach mit der Pressestelle der Entsorgungsfirma, diese konnte auch Nachfrage jedoch keine genaueren Details zu dem Vorfall nennen.
Am Nachmittag konnten in Graz wieder alle Sperren aufgehoben. Laut der "Kleinen Zeitung" konnten die Einsatzkräfte keine nennenswerte radioaktive Strahlung feststellen.