Albertina verborgt 118 Dürer-Werke an US-Museum

Gut Ding braucht Weile: 10 Jahre lang wurde die Ausstellung "Albrecht Dürer: Master Drawings, Watercolors, and Prints from the Albertina" geplant. Am Sonntag startet die Schau mit 118 Leihwerken der Albertina in Washington. Insgesamt werden 137 Bilder gezeigt. Nur den Feldhasen gab Wien nicht her.
Gut Ding braucht Weile: 10 Jahre lang wurde die Ausstellung "Albrecht Dürer: Master Drawings, Watercolors, and Prints from the Albertina" geplant. Am Sonntag startet die Schau mit 118 Leihwerken der Albertina in Washington. Insgesamt werden 137 Bilder gezeigt. Nur den Feldhasen gab Wien nicht her.

Die Macher der Ausstellung in der National Gallery of Art (NGA) in Washington sind zu Recht erleichtert, denn die Planung war eine Monster-Aufgabe.  Während Earl A. Powell von der NGA die Sammlung der Albertina für deren "unglaubliche Anzahl und Fülle an Meisterwerken" lobte, war die fertige Aufstellung für deren Direktor Klaus Albrecht Schröder "sehr befriedigend.

137 Dürer gegen fünf Matisse

Für die großzügige Geste gibt es auch eine Gegenleistung von den Amerikanern. "Wie wir die USA mit dieser einzigartigen Ausstellung bereichern, so bereichert uns wiederum auch die National Gallery, die uns etwa fünf wichtige Werke von Matisse für eine Ausstellung im Herbst zur Verfügung stellt."  Dieses "Prinzip der Gegenseitigkeit" strich auch Kulturministerin Claudia Schmied (S) hervor, die die Kunstschätze als Botschafter Österreichs definierte. Beide betonten im Rahmen der Pressekonferenz die Rolle der US-Armee im Zweiten Weltkrieg, wurden damals doch zahlreiche europäische Kunstschätze gerettet. "Die Freiheit der Kunst ist uns sehr wichtig. Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem Kunst und Kultur ungestört gedeihen können", so Schmied.

Kurator bricht in Lobgesänge über "Rasenstück" aus

Die Schau selbst besticht trotz des Umfangs durch eine enorme Subtilität und Übersichtlichkeit. In 14 chronologisch wie thematisch geordneten Kapiteln wird Dürers Oeuvre von einem frühen Selbstporträt im Alter von 13 Jahren über das weltbekannte "Große Rasenstück" oder die "Betenden Hände" bis zu seinem Spätwerk nachgezeichnet. Gerade das "Rasenstück" verleitete Kurator Andrew Robison zu einem Lobgesang auf den Renaissance-Künstler (1471-1528), kennzeichne seine Arbeiten doch ein "unnachahmliches Gespür für Raum, Licht und Dreidimensionalität. Man kann in dieses Bild beinahe hineingehen, sich seinen Weg hinter jeden Grashalm erfühlen."

Gleichzeitig betonte Robison die Stellung der Schau im Gesamtzusammenhang der NGA. "Dies ist die umfassendste Ausstellung zu einem der vier großen Renaissance-Künstler (Leonardo, Raffael, Michelangelo und Dürer, Anm.), die wir jemals hatten. Möglich wurde dies dank einer beispiellosen Leihgabe nicht nur von Museum zu Museum, sondern Nation zu Nation und letztlich Mensch zu Mensch", wie er in Richtung Schröder vermerkte. "Das sind seine kostbarsten Kinder." Entsprechend umfangreich seien auch die Vorbereitungen, von Transport über Konzeption bis zur Lichtgestaltung, gewesen.

"Feldhase" bleibt in Wien

Ein berühmtes Bild fehlt allerdings bei der Ausstellung: Der "Feldhase" blieb in Wien. Die Albertina borgt das Gemälde nicht mehr her.

Ausstellung "Albrecht Dürer: Master Drawings, Watercolors, and Prints from the Albertina" von 24. März bis 9. Juni im East Building der National Gallery of Art, Fourth Street and Constitution Avenue NW, Washington, DC; Katalog zur Ausstellung, Prestel Verlag, 317 S.

APA/red.

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