Alienation im Test: Toller Twin-Stick-Shooter

Housemarque legte den Twin-Stick-Shooter Alienation mit bombastischen Effekten vor. Kann die Arcade-Action auch sonst überzeugen?
Schon kurz nach dem Start zeigt sich, warum Housemarque selbst Alienation als "Diablo mit Feuerwaffen" bezeichnet. Das Spiel präsentiert sich als Kombination aus allem, was momentan in Spielen angesagt ist. Meist funktioniert so ein Mix ja eher mäßig, hier hat man die Mischung aber hinbekommen. Die Grundlage bildet ganz klar das Twin-Stick-Feuern, dazu kommen starke Action-RPG-Elemente beim Aufleveln des Charakters, den vielen sammelbaren Waffen und den Upgrade-Möglichkeiten.

Auch etwas anderes schafft Alienation gut: Sind zwar alle Arcade-Shooter zu Beginn mit einem Suchtfaktor ausgestattet, hat der von Alienation eine ganz besonders lange Lebensdauer. Bedeutet: Man wird nicht nur die ersten Stunden gerne zum Controller greifen, sondern sich auch Wochen später noch mit größter Lust durch die Endgame-Szenarien ballern und leveln. Allerdings mit einer Einschränkung: Wenn man im Koop kämpft. Im Singleplayer ist dieser Suchtfaktor nicht ganz so groß, aber mehr dazu später.

Eine Story braucht doch niemand...

Das Szenario ist eine klassische Alien-Invasions-Story, wobei die Handlung bei Alienation ganz klar eine Nebenrolle spielt. Anfangs erfährt man gerade einmal, dass die Aliens die Erde in Schutt und Asche legen und die Menschheit als letzte Hoffnung eine Hightech-Rüstung entwickelt hat, die dem Träger übermenschliche Fähigkeiten verleiht. Das war's auch schon! Das Tutorial ist auch nach zwei, drei Sprüngen und einigen Laser-Salven abgeschlossen. Hier steht das Ballern im Mittelpunkt, ganz klar. Bruchstücke aus der Story erfährt man dann über die einzelnen Kampagnenmissionen.

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Also losgestartet und eine der drei Klassen ausgewählt: einem "Tank", der über durchschlagende Kampfkraft verfügt, einem "Bio-Spezialisten", der Kameraden in der Umgebung heilen und Aliens schaden kann, oder einem "Saboteur", der sich tarnen und über kurze Strecken teleportieren kann. Während sich gerade am Anfang des PlayStation-4-exklusiven Games die Charakterklassen sehr ähnlich spielen, spezialisieren sie sich beim Hochleveln immer mehr und unterscheiden sich später bei der Spielweise extrem voneinander.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Kinderleichte Steuerung

Was Spaß macht ist, dass die Steuerung von Alienation innerhalb von Sekunden ins Blut übergegangen ist. Man sieht den eigenen Kämpfer aus der Third-Person-Perspektive, mit dem linken Stick wird der Spieler bewegt, mit dem rechten Stick wird gezielt. Gefeuert wird mit der R2-Schultertaste, per L2 werden Granaten und Explosivladungen durch die Gegend geschmissen. R1 ist für Nahkampfangriffe zuständig, mit L1 kann man Spezialfähigkeiten wie einen kurzen Düsenschub, Heilung oder Tarnung je nach Klasse aktivieren.

Die Missionen scheinen zwar eintönig - finde diesen oder jenen Punkt auf der Karte, suche nach Vorräten, erledige das Alien - sie machen aber trotzdem ganz schön viel Spaß. Die Action wird nämlich immer wieder von Ansätzen von taktischen Spielzügen durchzogen. Wer stur drauflosstürmt, wird schnell von Aliens eingekreist und überrannt werden. Und: Die Primärwaffe braucht ganz schön lange, um beim "Cooldown" wieder einsetzbar zu sein. So will geplant werden, in welcher Abfolge Waffen und Granaten benutzt werden. beschleunigen kann man das Nachladen übrigens per Druck auf den rechten Stick im richtigen Moment. Ist man aber mitten in der Action, wird dies schnell zu unübersichtlich.



Quelle: YouTube

Schwierigkeitsgrad zieht an

Während sich bei den ersten Gegner die Taktik "Drauffeuern und dabei rückwärts laufen" bewährt, ist es damit schnell vorbei und das Spiel zeigt, dass die Aliens nicht reines Kanonenfutter sind. Sie werden stärker gepanzert, bewegen sich unvorhersagbar und nutzen von Explosionsangriffen bis hin zu Fallen alle möglichen taktischen Spielzüge. Damit wird es immer schwerer, die Nerven und den Überblick zu behalten und im Endeffekt steht man Ende einer 15-minütigen Mission schon mal schweißgebadet da. Wer stirbt, hat hoffentlich einen "Spawning"-Point aktiviert, denn nach dem Tod und "Respawnen" sind die Gegnerhorden wieder da.

Das Arsenal an Gegenständen und Waffen ist schier grenzenlos. Von Standard- und "herkömmlichen" Waffen hin bis zu "Raritäten" findet man an jeder Ecke neue Schießprügel und kann diese noch mit gefunden "Power"-Kernen aufrüsten - alte Gewehre lassen sich für verwendbare Teile verschrotten. Die Waffen- und Gegenständeauswahl, die klug agierenden Gegner die schön gestalteten Welten sind es auch, die die sich wiederholenden Aufgaben als Singleplayer nicht langweilig machen. Ganz zu schweigen von den genialen Effekten: Explosionen, Nebelschwaden, Lavaflüsse & Co. Passiert etwas, dann passiert es bombastisch. Das hat man kaum bei einem anderen Game je gesehen.

Die Schattenseiten des Singleplayer-Lebens

"Singles haben mehr Spaß" mag vielleicht manchmal im Alltag gelten, bei Alienation ist es aber der Koop-Modus, der richtig Laune macht. Als Singleplayer verzweifelt man nämlich manchmal richtiggehend am heftigen Schwierigkeitsgrad, während man im Koop-Modus nicht nur mehr Feuerkraft, sondern auch mehr Überlebenschancen durch heilende und wiederbelebende Mitstreiter hat. Ist das Team mit den Charakteren richtig abgestimmt, spielt sich Alienation einfach nur fantastisch. Das kann leider das eigentlich großartige Spiel im Einzelspielermodus nicht so wunderbar herüberbringen.

Wer auf der Suche nach einem actionreichen, bildgewaltigen Twin-Stick-Shooter ist, darf sich Alienation nicht entgehen lassen. Das Spiel sorgt dafür, dass man auch noch als hochgelevelter Alien-Bekämpfer immer wieder zum Controller greift, auch wenn die Kampagne schon lange hinter einem liegt. Und optimalerweise hat der Zocker von heute ein, zwei oder drei Freunde im Gepäck, mit denen er der Alien-Invasion entgegentritt. Dann ist der Adrenalinrausch zwischen Explosionen, Lasersalven und unbezwingbar scheinenden Oberaliens eine Sucht, die man auf lange Zeit nicht los wird.

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