Mit gesenktem Kopf nahm nun eine Wienerin (31) auf der Anklagebank am Landesgericht Platz – grob fahrlässige Tötung, lautete der Vorwurf. Die Frau hatte sich am 26. April nach einer Firmenfeier sternhagelvoll an das Steuer ihres VW Beetle gesetzt. In der Donaustadt kam es am helllichten Tag gegen 15 Uhr zur Katastrophe. Die Lenkerin übersah im Rausch stehende Autos vor einer roten Ampel. Mit Tempo 70 und 1,8 Promille rammte sie ungebremst das Auto eines 40-Jährigen. Das Fahrzeug wurde mit voller Wucht in andere vor der Ampel wartende Autos geschleudert. Die Frau war viel zu schnell unterwegs.
Im Schock stieg der Lenker (40) nach dem Unfall noch aus dem Auto aus, war bei Bewusstsein. Doch wenig später verstarb der beliebte Familienvater an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Krankenhaus. Seine mitfahrende Partnerin und zwei weitere Autolenker wurden ebenfalls verletzt, mussten im Spital versorgt werden.
Die Angeklagte war bei der Verhandlung den Tränen nahe. "Es ist mir unbegreiflich, wie das passieren konnte", schluchzte die Wienerin. Sie habe sich nach der Firmenfeier noch fahrtüchtig gefühlt und nicht gedacht, 1,8 Promille im Blut zu haben. "Ich habe die Strafe verdient", so die bisher unbescholtene 31-Jährige. Urteil: Zwei Monate unbedingte Haft, 124.000 Euro Trauerschmerzensgeld und Begräbniskosten-Ersatz für die sehr eng zusammenstehende Familie – alles bereits rechtskräftig.