Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste ein Restaurantleiterin (40) am Mittwoch in Wiener Neustadt auf die Anklagebank: Die Managerin hatte sich drei Tage vor Weihnachten gegen 21 Uhr auf den Heimweg im südlichen Niederösterreich gemacht. Davor hatte sie vier Punsch getankt.
Mit ihrem VW übersah die gebürtige Slowakin einen beleuchteten Lieferwagen, der auf einem Mehrzweckstreifen gehalten hatte. Die 40-Jährige krachte nahezu ungebremst in das Fahrzeug. Der Fahrer und Beifahrer, die gerade ihre Kunden abfertigten, wurden erfasst.
Der Fahrer wurde durch die Luft geschleudert, der Afghane kam mit leichten Verletzungen davon. Den Beifahrer erwischte es übel, das Bein des Syrers musste oberhalb des Knies amputiert werden. Das Opfer musste drei Mal operiert werden, war bis Ende Jänner im Krankenhaus.
Vor Gericht meinte der Syrer: "Ich habe 24 Stunden am Tag Schmerzen". Der Opferanwalt forderte 67.900 Euro Schmerzensgeld. Das Gericht sprach ihm 10.000 Euro zu, dem Beifahrer 1.920 Euro.
Die bis dato unbescholtene Angeklagte wurde zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt, davon muss sie drei Monate absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.