Erste Stau-Welle überstanden – Streik noch nicht vorbei

Gelbe statt blaue Anzeigentafeln – der Bahnstreik geht noch bis Mitternacht.
Gelbe statt blaue Anzeigentafeln – der Bahnstreik geht noch bis Mitternacht.Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com
Seit Montag, 0 Uhr, fallen streikbedingt sämtliche Züge aus. "Heute" berichtete im Live-Ticker über das Chaos, das auch die Straßen erfasste.

Die frühen Informationskampagnen haben sich offenbar bezahlt gemacht. Schon am Freitag zeichnete sich ab, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf keinen grünen Zweig kommen. 8,44 Prozent Lohnerhöhung waren den Eisenbahnern zu wenig, sie wollten streiken. Nach geplatzten Verhandlungen am Wochenende war erst am Sonntagmittag fix: Montag werden von 0 bis 24 Uhr keine Züge fahren.

Gespenstische Bahnhöfe

Rund eine Million Österreicher ist jedoch auf die Züge von ÖBB, Westbahn und Co. angewiesen. Es wurde geraten, sich alternative Routen zu suchen, Fahrgemeinschaften zu bilden und das Auto zu nutzen. In Salzburg und Innsbruck war sogar der städtische Verkehr betroffen. Das große Chaos blieb Montagfrüh aber aus.

Auf den Bahnhöfen, egal ob in Salzburg, Linz, Wels, Tulln oder auch in Wien herrschte gähnende Leere. Bis auf eine Handvoll Touristen und Reporter war keine Menschenseele weit und breit. Auf den Straßen sah das etwas anders aus. Nicht nur wegen Überlastung, sondern auch wegen zahlreicher Unfälle bildeten sich ab 6 Uhr auf A3, A22, der Südosttangente oder den Autobahnknoten bei Linz und Graz kilometerlange Staus.

"Heute"-Reporter waren in drei Bundesländern im Einsatz:

Klima-Kleber blockierten Verkehr

Zu allem Überdruss gab es um 8 Uhr noch eine koordinierte, länderübergreifende Aktion von Klima-Aktivisten. In Graz wurde der Opernring, in Linz die wichtigste Autobahnabfahrt und in Innsbruck die Amraser Straße zwischen Hauptbahnhof und Silpark blockiert.

Klima-Kleber legen zeitgleich drei Landeshauptstädte lahm >>

In Wien mussten sich in der Früh Bims und Busse ihre Wege durch das hohe Verkehrsaufkommen und die parkplatzsuchenden Pendler kämpfen. Es kam deswegen auf sämtlichen Straßenbahn-Linien zu Verspätungen. U3, U4 und U6 wurden unterdessen von Rettungseinsätzen und schadhaften Fahrzeugen behindert.

Am Nachmittag, wenn Schule und Arbeit enden, könnte es in Österreich zu einer zweiten Stau-Welle kommen. "Heute" wird selbstverständlich berichten. Außerdem wird es wohl auch noch am Dienstag zu einigen Einschränkungen kommen – nicht alle Garnituren befinden sich dort, wo sie in der Früh losfahren sollten.

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

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