Fussball

Alles auf die Jugend: Stögers Plan mit der Austria

Peter Stöger kehrt auf die Austria-Trainerbank zurück. Nun gab der 54-Jährige Einblicke in seinen Plan. Dabei setzt er völlig auf die Jugend. 
Markus Weber
04.08.2020, 19:24

Am Freitag war die Bombe geplatzt: Stöger springt nach dem freiwilligen Abschied von Christian Ilzer Richtung Graz als violetter Coach ein, übernimmt die "Veilchen" für ein Jahr. Neben seiner Funktion als violetter Sportvorstand. Für die finanziell angeschlagene Austria die wohl günstigste Variante. Und für Stöger die einfachste, waren doch aufgrund des knappen Budgets und der Corona-Krise in Gesprächen mit Trainerkandidaten zu viele Fragen offen geblieben. 

Deshalb macht es der letzte violette Meistermacher nun selbst. "Ich bin für den gesamten sportlichen Bereich zuständig: die Struktur, den Ablauf, die Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen", erklärte der Wiener bei "Viola TV". "Es ist ein wesentlicher Faktor meiner Arbeit, dass ich das Coaching mache, wenn nicht außergewöhnliche Themen an der Tagesordnung stehen, wo ich dabei sein muss", so Stöger weiter. 

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"Kostet nicht 2,50 Euro"

Dabei möchte der neue Austria-Coach weiterhin den "jungen Weg" gehen, lässt das violette Budget auch kaum Alternativen zu. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, den Mut aufgebracht, den Spielern eine faire Chance zu geben. Die Jungen haben ihre Chance genützt. Junge werden nicht nur zum Einsatz kommen, weil sie jung sind und die Austria-Akademie durchlaufen haben, sondern weil sie Qualität haben", forderte der 54-Jährige auch Leistung ein. 

Eine Handvoll Jung-Profis werden von den Young Violets nach oben gezogen. Namen wie Niels Hahn, Csaba Mester, Aleksander Jukic, der schon Bundesliga-Luft schnupperte, Matthias Braunöder oder der zuletzt groß aufspielende Muharem Huskovic wurden als Kandidaten für die "Erste" genannt. "Das Gebilde über den Nachwuchs und die Young Violets ist ein Projekt, das nicht 2,50 Euro im Jahr kostet. Da ist viel Aufwand dahinter, da muss Output kommen." 

System auf Junge ausgerichtet

Gerade in den letzten Jahren haben es zu wenige Akademie-Spieler in den violetten Kader geschafft. "Sie haben nicht die Chance bekommen, sich zu beweisen. Die Chance kriegen sie jetzt. Wir fördern sie, wir fordern aber auch sehr viel", so Stöger. Deshalb wird auch die Zusammenarbeit der beiden Teams intensiviert. "Die Verzahnung wollen wir weiter vorantreiben." 

Doch was dürfen sich die Fans mit einer nochmal verjüngten Austria erwarten? Schließlich hatte Stöger selbst nach dem mageren 0:0 in Hartberg und dem damit verpassten Europacup-Ticket eine violette Neuausrichtung gefordert. "Die Hoffnung ist groß, dass wir die Jungs entwickeln. Mal schauen, was für eine Systematik am besten zu ihnen passt, wie wir am besten punkten können." 

"Auf Arbeit sind wir eh eingestellt"

Nun muss sich der Coach erst einmal ein Bild vom Kader machen. Dabei geht es gerade um die Strukturen im Team. "Es gibt zwei Bereiche: den Sportlichen und den Sozialen, also wie sie miteinander umgehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit jungen, ambitionierten Menschen zu tun haben", so der letzte violette Meistercoach. Nachsatz: "Aber auf Arbeit sind wir eh eingestellt." 

Arbeit, die auch die Fans wieder honorieren sollen. Schließlich war das Verhältnis in der Krisen-Saison nicht das einfachste. Stichwort Nöstlinger-Märchenstunde. "Meine Botschaft an die Fans ist, dass sie uns Vertrauen schenken, Verständnis haben. Wir waren alle nicht zufrieden, haben aber alle daraus gelernt. Wenn wir uns alle darauf besinnen, was wichtig für die Austria ist, hätten wir einen nächsten, wichtigen Schritt gemacht." 

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