Seitdem das rebellische Genie 1999 die Wiener Bühne eroberte, fieberten weltweit fast zwei Millionen Musical-Fans mit. Grund genug, Puder und Perücke wieder auszupacken - ab Donnerstag im Raimundtheater.
Seitdem das rebellische Genie 1999 die Wiener Bühne eroberte, fieberten weltweit fast zwei Millionen Musical-Fans mit. Grund genug, Puder und Perücke wieder auszupacken – ab Donnerstag im Raimundtheater.
Wenn die Masterminds Michael Kunze und Sylvester Levay sowie Regisseur Harry Kupfer ihr Wunderkind wieder auf die Tasten hauen lassen, dann im neuen Gewand: So sorgt der Holländer Oedo Kuipers in der Neufassung für Gänsehaut – und führt einen frischen Cast mit Mark Seibert, Franziska Schuster oder Ana Milva Gomes an. Neue Duette kommen – nur "Leopold Mozart" Thomas Borchert bleibt.
Er drückte schon bei der Uraufführung auf die Tränendrüse – ob sich sein Charakter seit damals verändert hat? "Leopold ist mit den Jahren, so wie auch ich, sicher reifer geworden – wie ein guter Wein!" Bühne frei also für den aufgemotzten Rokoko-Rebellen Mozart, seine Suche nach Freiheit, Bestimmung und Liebe – und die immer quälende Frage: "Wie wird man seinen Schatten los?" .
"Heute": Wie fühlt es sich im Vergleich zur Uraufführung an, wieder den Leopold zu spielen?
Thomas Borchert: "Da seit der Uraufführung sechzehn Jahre vergangen sind, fühlt es sich an, als wenn ich die Rolle zum ersten Mal spiele. Und es macht großen Spaß, den Leopold ganz neu zu entdecken."
"Heute": Vergleichst du viel mit früherem / jetzigem Cast?
Borchert: "Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich, mit so vielen neuen Kollegen zu arbeiten. Das ist sehr erfrischend und im höchsten Maße produktiv."
"Heute": Hat sich Leopold Mozart auch in den Jahren verändert? Was ist jetzt an der Rolle anders, gehst du anders an die Rolle heran oder ähnlich wie damals?
Borchert: "Es freut mich, dass die Vater-Sohn-Beziehung in der neuen Fassung noch mehr Raum bekommen hat und um eine starke Szene gegen Ende des Stückes erweitert wurde. Sicher ist mein Leopold, so wie ich, mit den Jahren auch reifer geworden - so wie ein guter Wein..."
"Heute": Am Donnerstag, 24. 9., ist Premiere – wie ging’s bei den Proben?
Mark Seibert: "Wir hatten eine lange Phase Pre-Views und konnten viel herumfeilen. Es ist jedes Mal ein kleines bisschen anders, da findet man immer etwas, was man noch ändern kann (lacht). Aber bei der Premiere wird alles passen!"
"Heute": Was war das Echo der Fans, die schon vorab dabei sein durften?
Seibert: "Das war grundsätzlich sehr, sehr gut und hat mich schon etwas überrascht, dass es so gut ausfiel."
"Heute": Was ist bei "Mozart!" anders?
Seibert: "Es ist eine andere Inszenierung. Die Fans werden die Lieder wieder erkennen. Aber ansonsten ist das Bühnenbild neu und sehr anders."
"Heute": Wie hast du dich auf deine Rolle des fiesen Colloredos vorbereitet?
Seibert: "Ich habe mit Michael Kunze gesprochen und mir so Infos geholt, wie er sich Colloredo vorstellt. Aus seiner Version habe ich dann meinen Colloredo kreiert."