Titelverteidigung oder historische Premiere? Paris Saint-Germain und der FC Arsenal kämpfen am Samstagabend in Budapest um den Gewinn der Champions League. Während die Franzosen ihren Titel verteidigen wollen, träumen die Londoner vom ersten Triumph in der Königsklasse.
Rund um das Endspiel herrscht in der ungarischen Hauptstadt Ausnahmezustand. Am Flughafen wird das wohl verkehrsreichste Wochenende des Jahres erwartet. Die Zahl der Flüge soll sich nahezu verdoppeln, das Passagieraufkommen deutlich steigen. Um den Ansturm zu bewältigen, wurde sogar der bereits stillgelegte Terminal 1 vorübergehend wieder geöffnet – exklusiv für Arsenal-Fans. Rund 4.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, zudem werden Zehntausende Anhänger ohne Ticket in Budapest erwartet.
Sportlich könnte Paris einen Rekord knacken. PSG erzielte in der laufenden Champions-League-Saison bereits 44 Treffer und liegt damit nur noch ein Tor hinter der Bestmarke des FC Barcelona aus der Saison 1999/2000. Mit einem offensiven Feuerwerk im Finale könnten die Franzosen also Geschichte schreiben.
Besondere Brisanz erhält das Duell auch deshalb, weil erstmals überhaupt ein großes europäisches Klubfinale der Männer zwischen einem französischen und einem englischen Verein ausgetragen wird.
PSG geht mit einer beeindruckenden Serie ins Endspiel. Die Mannschaft von Trainer Luis Enrique gewann die vergangenen fünf K.-o.-Duelle gegen englische Klubs. Unter anderem wurden Liverpool, Chelsea, Aston Villa und Arsenal ausgeschaltet. Trotzdem will Enrique nichts von einer Favoritenrolle wissen.
Arsenal reist wiederum mit einer bemerkenswerten Bilanz nach Budapest. Die "Gunners" sind das einzige ungeschlagene Team dieser Champions-League-Saison. Elf Siege und drei Unentschieden brachten die Londoner ins Finale. Zudem kassierte die Mannschaft lediglich sechs Gegentore und zählt damit zu den defensiv stärksten Teams des Bewerbs.
Eine Neuerung gibt es auch bei der Anstoßzeit. Das Finale beginnt bereits um 18 Uhr statt wie bisher um 21 Uhr. Die UEFA begründet den Schritt damit, Familien und Kindern den Stadionbesuch zu erleichtern und die Heimreise der Fans nach Spielende zu verbessern.
Für Unterhaltung vor dem Anpfiff ist ebenfalls gesorgt. Die US-Rockband "The Killers" wird im Stadion auftreten, ehe der ungarische Pianist Ádám György die berühmte Champions-League-Hymne präsentiert.