Alltagsgeschichte

Bild: Kein Anbieter
Land: A, Genre: Gesellschaft + Soziales
Den ganz eigenen Charme des Wiener Caféhauses macht sein Publikum aus, das sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensetzt. Im Caféhaus sucht man bei einer Tasse Kaffee Diskussion und Streit, Ruhe und Erholung, das Ungestörtsein, aber auch die Gesellschaft. - Elizabeth T. Spira plaudert mit Stammgästen in traditionsreichen Wiener Caféhäusern sowie in Cafés der Vorstädte. Während im Ringstraßen-Café "Prückel" ältere Damen ab 14.00 Uhr Bridge spielen und dabei in allen Dialekten der ehemaligen k.-u.-k.-Monarchie tratschen und auch gelegentlich streiten, geben beim Kartenspiel im "Café Horvath" in Simmering die Herren den Ton an. Eine bunt zusammengewürfelte Kundschaft trifft man im "Café Eiles" in der Landesgerichtsstraße, wo der arbeitslose Installateur genauso respektiert wird wie die gut situierte Hofratswitwe mit Schoßhündchen. Auch das noble "Café Dommayer" in Hietzing ist für alle offen. Dort lauschen bei Kaffee und Kuchen Pensionistinnen der feineren Gesellschaft ebenso wie ehemalige Fabrikarbeiterinnen und Dienstmädel aufmerksam der Damenkapelle, die ein Mal im Monat aufspielt. Das "Café Kaisermühlen" in Kagran ist hingegen vorwiegend Fußballern und Arbeitern zur zweiten Heimat geworden. Dort ist jeder mit jedem per du. Man kennt einander seit vielen Jahrzehnten und trauert der Zeit nach, als Kaisermühlen noch nicht zubetoniert war.



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