Wirtschaft

Alpine in Konkurs: 15.000 Mitarbeiter betroffen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:53

Die Sanierung des österreichischen Baukonzerns Alpine ist gescheitert. Die spanische Muttergesellschaft FCC drehte dem Salzburger Bauriesen den Geldhahn zu. Nun steht die Insolvenz an. Rund 15.000 Mitarbeiter im In- und Ausland beschäftigt die Alpine derzeit. Durch die anhaltenden Verluste sind 450 Millionen Euro an Krediten offen.

Die Rettung des zweitgrößten österreichischen Baukonzerns, der Salzburger Alpine, ist gescheitert und schlittert in den Konkurs. Die spanische Muttergesellschaft FCC drehte dem Salzburger Bauriesen den Geldhahn zu. Nun steht die Insolvenz an. Rund 15.000 Mitarbeiter im In- und Ausland beschäftigte die Alpine. Durch die anhaltenden Verluste sind 450 Millionen Euro an Krediten offen.

Die spanische Konzernmutter FCC hat in den vergangenen sieben Jahren bereits über 700 Millionen Euro in die Alpine gesteckt - inklusive Kaufpreis und Finanzspritzen. Jetzt hätte das angeschlagene Unternehmen noch einmal eine Milliarde Euro benötigt, doch die spanischen Banken zogen den Schlussstrich. Die Geschäftsführung der Alpine Bau GmbH bereitet einen Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor, teilte der Baukonzern am Dienstagabend adhoc mit.

Teile des Konzerns sollen fortgeführt werden

Im Zuge des Sanierungsverfahrens sollen auf der Grundlage eines von erfahrenen Restrukturierungsberatern erstellten Konzeptes, Teile der Bau-Gruppe mitsamt den damit verbundenen Arbeitsplätzen und Subunternehmen fortgeführt werden. Dieses Konzept soll in den nächsten Wochen von den Insolvenzverwaltern geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt werden, heißt es weiter.

Der Salzburger Baukonzern hat bei seinen rund 50 österreichischen und internationalen Gläubigerbanken Kredite im Ausmaß von rund 450 Millionen Euro offen. Hinzu kommen Leistungsgarantien in nicht genannter Höhe, die hauptsächlich im Ausland ein Problem seien. "Die Problemmärkte sind vor allem die Auslandsmärkte."

15.000 Mitarbeiter bangen um Job

An der Existenz des Bauriesen hingen tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). Mit dem Unternehmen verwoben sind allerdings weitere rund 7.500 Arbeitsplätze alleine bei jenen 1.500 Subunternehmen und 1.500 Lieferanten, die mit der Alpine über 100.000 Euro jährlich abwickeln.

Internetseite tot

Die größte Firmenpleite Österreichs seit dem Zweiten Weltkrieg hinterlässt ihre Spuren auch im Internet. Das Interesse am insolventen Unternehmen war am Mittwochvormittag offensichtlich so groß, dass die Firmenseite über das Internet gegen Mittag zeitweise nicht mehr aufrufbar war.

Die Alpine erzielte im Vorjahr eine Bauleistung von 3,2 Milliarden Euro (2011: 3,62 Milliarden Euro) und erlitt dabei einen Verlust vor Steuern in Höhe von 449,7 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2013 war das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 90 Millionen Euro negativ und der Verlust damit fast doppelt so hoch wie im Sanierungsplan vorgesehen.

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