Alpine versenkte Milliarden bei Auslandsprojekten

Bild: DPA

Im Ermittlungsverfahren rund um die Fünf-Milliarden-Euro-Pleite des Baukonzerns Alpine hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) neue Munition erhalten.

In den Berichten der Insolvenzverwalter Stephan Riel und Ulla Reisch bekommt die frühere Alpine-Führung dem Bericht zufolge wegen der „sehr risikoreichen und nicht profitablen Expansion“ ihr Fett ab, wie der "Kurier" berichtet.

Mega-Verluste bei Auslandsgeschäften

Dabei geht es um den Verdacht der Untreue, des Betrugs, der betrügerischen Krida und der Bilanzfälschung. So sollen vor allem die ganz großen Aufträge der ausländischen Niederlassungen „in erheblichem Umfang nicht kostendeckend“ gewesen sein, und zu überaus hohen Verlusten geführt haben.

Alleine 2012 schlugen sich die Projektgeschäfte im Ausland mit 520 Millionen Euro Verlust zu Buche. Seit 2008 wurden laut Riel 1,056 Milliarden Euro in Auslandsprojekte gepumpt und „versenkt“, ohne dass entsprechende Vermögenswerte gegenüber stehen. In den Bilanzen wurden „diese Mittelabflüsse überwiegend als Forderungen aus unverrechneten Leistungen“ dargestellt, Risikovorsorgen wurden aber keine getroffen.

Keine Kontrollen

Das Konzern-Management soll Maßnahmen im Rechenwerk „für nicht notwendig“ erachtet haben. Es dürfte offenbar davon ausgegangen sein, dass das Geld wieder hereinkommt. „Das wird noch näher zu prüfen sein“, meinen die Experten der Wirtschaftsprüfungsfirma BDO, die Riel beauftragte.

Neben den „nicht kostendeckenden Billig-Offerten“ sei die Alpine-Expansion schon wegen der fehlenden Organisation der Auslands-Niederlassungen zum Scheitern verurteilt gewesen, resümiert Insolvenzexpertin Reisch. Es gab keine ausreichende Risiko-Beurteilung bei Anbotslegung bzw. Auftragsannahme und das Controlling der Projektkosten war „unzureichend“.

Ab 2006 setzte der neue spanische Eigentümer FCC den Kurs fort.

Am Donnerstag findet am Handelsgericht Wien die Berichts- und Prüfungstagsatzung zum Alpine-Bau-Konkurs statt. Dabei werde "die Hölle los sein", meinte eine AKV-Expertin. Denn den Gläubigern müsse "man in Wahrheit eine vollständige Abschreibung ihrer Forderungen empfehlen".

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