Der kleine Adam (Name geändert), 5 Jahre alt, wurde am letzten Mittwoch in Plan-les-Ouates vom Nachbarshund brutal angegriffen. Der Malinois biss das Kind in den Kopf und hinterließ dort eine tiefe Wunde. Spuren der Attacke sind auch in seinem Gesicht und den Beinen zu erkennen, schreibt "20 Minutes".
Wenige Minuten vor dem Angriff kehrte die Mutter zusammen mit ihren beiden Kindern und einem Kollegen ihres Sohnes nach Hause zurück. "Ich war beladen. Also bin ich mit meiner 2-jährigen Tochter mit dem Lift nach oben gefahren, während die Jungs über die Treppe in den 3. Stock gingen", erzählt sie.
"Als sich die Lift-Türen schlossen, hörte ich meinen Sohn schreien und weinen." Es folgten Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, bis sich die Türen endlich wieder öffneten. "Ich habe meine Tochter und meine Sachen vor der Tür gelassen und bin in den 2. Stock geeilt. Da sah ich den Hund. Er starrte mich an."
Ihr Sohn habe Blut am Kopf, im Gesicht, an den Beinen und seinem T-Shirt gehabt. Er weinte und sagte, dass er Schmerzen habe. In ihrer Schockstarre bemerkte die Mutter plötzlich, dass im oberen Stockwerk ihre Tochter allein war. Also ging sie zurück nach oben, in der Hoffnung, dass der Hund sie nicht ebenfalls ins Visier genommen hatte. Zum Glück ging es dem kleinen Mädchen gut. Anschließend ging die Mutter mit einem Tuch zu ihrem Sohn zurück, um das Blut zu stoppen.
In der Zwischenzeit rief ein Nachbar um Hilfe. Das Kind wurde ins Unispital Genf gebracht. "Nach Angaben des Arztes war seine Kopfwunde 4 cm lang und tief bis zum Knochen. Zum Glück ist meinem Sohn die Flucht gelungen, sonst weiß ich nicht, ob er noch am Leben wäre", sagt die Mutter. Die Wunden wurden genäht und der kleine Bub muss derzeit noch Antibiotika und Schmerzmittel einnehmen. Doch auch psychisch hat die Hunde-Attacke Spuren hinterlassen. "Er will die Wohnung nicht mehr alleine verlassen. Sein Freund möchte nicht mehr in die Nähe unseres Gebäudes kommen. Er sagt, dass überall Blut war."
Der Malinois sei ein paar Monate alt und begegnete der Familie schon mehrmals, erzählt die Mutter. "Er ist jung und manchmal aufgeregt. Einmal hat er einen Ball zerplatzen lassen, mit welchem mein Sohn gerade spielte. Ich habe ihm dann gesagt, dass er sich von ihm fernhalten soll."
In der Zwischenzeit hat die Mutter auch mit dem Besitzer des Hundes geredet, erzählt sie "20 Minutes". "Es tut ihm leid. Ich fragte ihn, wo der Hund sei. Er antwortete mir, dass er nicht da sei." Die Behörden wollen den Hund einigen Tests unterziehen, ergeben die ein positives Ergebnis, könnte der Hund zu seinem Besitzer zurück. Da Adams Mutter dieser Gedanke Angst macht, erstattete sie gleich am Tag nach dem Vorfall Anzeige. "Ich verstehe nicht, wie man Menschen erlauben kann, einen solchen Hund zu besitzen", sagt sie.