Fast jeder hat mindestens ein altes Handy irgendwo zu Hause herumliegen. Ob in der Schublade, im Kasten oder in einer Kiste im Keller - die ausrangierten Geräte werden oft einfach vergessen. Dabei lauert in ihnen eine Gefahr, die vielen nicht bewusst ist.
Allein in Deutschland liegen laut einer Bitkom-Umfrage vom April 2025 rund 195 Millionen alte Handys ungenutzt herum. 89 Prozent aller Menschen ab 16 Jahren haben demnach mindestens eines daheim. Auch hierzulande dürfte die Lage ähnlich sein - alte Geräte einfach zu horten ist weit verbreitet.
Wie chip.de berichtet, bergen die Lithium-Ionen-Akkus in diesen Geräten ein oft unterschätztes Risiko. Die Batterien können sich mit der Zeit aufblähen. Kommt der beschädigte Akku dann mit Sauerstoff in Kontakt, kann das einen Brand auslösen. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Geräte ist die Gefahr zwar gering - aber sie ist real.
Besonders heikel wird es, wenn ein Akku tiefentladen ist - also komplett leer über einen längeren Zeitraum herumliegt. Versucht man dann, das Gerät wieder aufzuladen, kann das gefährliche Folgen haben. Auch mechanische Beschädigungen, etwa wenn die Schublade ständig aufgerissen und zugeschlagen wird, können dem Akku auf Dauer schaden.
Nicht jeder Lithium-Ionen-Akku ist gleich gebaut. Es gibt technische Unterschiede, die sich auf Lebensdauer und Sicherheit auswirken. Moderne Akkus verfügen über Schutzfunktionen, die gefährliche chemische Reaktionen verhindern sollen. Experten raten dennoch davon ab, alte Geräte jahrelang unbeachtet liegen zu lassen und empfehlen, den Akkustand regelmäßig zu kontrollieren.
Wer ein altes Handy loswerden will, sollte es keinesfalls in den Restmüll werfen. Die richtige Adresse ist der Wertstoffhof oder ein Elektronikmarkt, der zur kostenfreien Annahme verpflichtet ist. Ist am Gerät bereits eine Verformung sichtbar, sollte man es umgehend dort abgeben. In den alten Handys stecken zudem wertvolle Rohstoffe, die durch Recycling wiedergewonnen werden können.
Sollte es tatsächlich einmal zu einem Akku-Brand kommen, heißt es: sofort die Feuerwehr rufen. Die austretenden chemischen Dämpfe sind hochgiftig und dürfen auf keinen Fall eingeatmet werden. Wenn möglich, sollte man den brennenden Akku ins Freie bringen oder in einen Eimer mit kaltem Wasser legen, bis Hilfe eintrifft.