Lohnt es sich, in Luxus-Uhren zu investieren?

Rapper Yo Gotti trägt eine Patek Philippe Nautilus bei einem Ball in New York, 2017
Rapper Yo Gotti trägt eine Patek Philippe Nautilus bei einem Ball in New York, 2017picturedesk.com/Everett Collection/Steven Ferdman
Der Preis einer Luxusuhr kann sich während weniger Jahre schnell mal verdoppeln. Allerdings sollte man allein deswegen nicht in Uhren investieren.

Schlechte Zinsen und Unsicherheit am Aktienmarkt – manche Anleger setzen jetzt lieber auf alternative Wertanlagen statt klassische Investitionsformen. So sind etwa Luxusuhren derzeit besonders beliebt, wie eine neue Auswertung des Schweizer Onlinemarktplatzes Chrono24.ch zeigt. Bereits jetzt ist die Zahl der weltweiten Uhrenverkäufe auf der Plattform 13 Prozent über das Niveau vor der Coronavirus-Krise geklettert.

Einer der Gründe dürfte sein, dass der Wert von vielen Luxusuhren kontinuierlich steigt. So konnten die zehn meistverkauften Uhren von Patek Philippe auf der Plattform innert den vergangenen fünf Jahren ihren Wert im Schnitt um 105 Prozent steigern.

Uhren-Preise steigen, Aktien fallen

Ein Modell der Patek Philippe Nautilus kostete auf der Plattform vor fünf Jahren umgerechnet rund 23.200 Euro. Mittlerweile sind es 61.000 Euro. Der Preis hat sich also bereits weit mehr als verdoppelt.

Verglichen mit den Aktien von Uhrenkonzernen behaupteten sich manche Uhren gut: So stieg der Preis der Omega Moonwatch innerhalb von fünf Jahren von 3.400 auf 3.600 Euro. Omega gehört zur Swatch Group, deren Aktie im gleichen Zeitraum rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hat.

Eine Omega Speedmaster Apollo-Soyuz Limited Edition in einem Display bei der "Baselworld" 2010
Eine Omega Speedmaster Apollo-Soyuz Limited Edition in einem Display bei der "Baselworld" 2010picturedesk.com/EPA/Georgios Kefalas

Allerdings geht es nicht mit allen Uhrenpreisen bergauf: Der Preis der Black Bay GMT "Pepsi" von Tudor etwa ist innerhalb von zwölf Monaten um 5 Prozent gefallen. Sie kostet jetzt um die 3.700 Euro. Das ist ein Wertverlust von etwas weniger als 200 Euro.

Kein klarer Marktpreis

Auch Matthias Geissbühler, Investment-Chef bei Raiffeisen Schweiz, beobachtet laut dem Nachrichtenportal "20 Minuten", dass in den vergangenen Jahren Sachwerte wie Uhren an Wert gewonnen haben. Er warnt jedoch: "Es muss aber nicht unbedingt so weitergehen."

Er empfiehlt Anlegern nicht, wegen Preissteigerungen in Uhren zu investieren. Das Problem sei, dass es keinen klaren Marktpreis gebe und es darum schwierig sei, Sachwerte wieder in Geld umzuwandeln: "Wenn man eine Uhr verkaufen will, kann es schwierig sein, jemanden zu finden, der den gewünschten Preis dafür zahlt – und wenn man verkaufen muss, muss man sich womöglich mit weniger begnügen."

Alternative Wertanlagen können laut Geissbühler aber trotzdem einen Platz im Portfolio haben – sofern es nicht einfach nur ums Geld geht: "Wenn man in solche Dinge investiert, sollte man das tun, weil man Freude an einer Uhr oder einem Kunstwerk hat – eine Preissteigerung kommt dann allenfalls noch dazu."

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