Genug von Tinder! Wienerin plant Single-Event-Reihe

Bei "Topel" steht das Kennenlernen in lockerer Atmosphäre im Vordergrund (Symbolbild).
Bei "Topel" steht das Kennenlernen in lockerer Atmosphäre im Vordergrund (Symbolbild).iStock
Die Wienerin Isabella Simlinger organisiert mit ihrem Projekt "Topel" Events für Singles zwischen 25-35 Jahren.
von
Stefanie Riegler

Wer einen neuen Partner sucht, der hatte es noch nie so leicht wie heute, könnte man meinen. Das nächste Date ist schließlich nur einen Wisch entfernt. Dabei die große Liebe zu finden, erscheint jedoch schwieriger denn je.

Seit Jahren erfahren Dating Apps einen regelrechten Hype. Laut eigenen Angaben verzeichnet Tinder über zwei Milliarden Aufrufe pro Tag. Dennoch steht die App, die seit acht Jahren existiert und unser Liebesleben revolutionierte, immer wieder in der Kritik. Einerseits geht es um Sicherheitsmängel und Fake-Profile, zum anderen sorgen sich Experten um die negativen psychologischen Auswirkungen.

Studenten und Akademiker als Zielgruppe

Auch Isabella Simlinger ist kein Fan von derartigen Dating-Apps. Die Wienerin wollte deshalb vor allem Millenials eine Alternative anbieten und gründete die Plattform "Topel".

Unter dem Motto "Für jeden Topf seinen Deckel" werden gemeinsame Aktivitäten mit Menschen, die ähnliche Interessen haben, organisiert. Es geht dabei um die Vernetzung von Singles abseits von Swipe-Wahnsinn und endlosen Chats. Zur Zielgruppe zählen Studenten und Akademiker zwischen 25 und 35 Jahren.

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"Schon viele Jahre lang habe ich beobachtet, dass es heutzutage schwierig ist, einen Partner kennenzulernen, mit dem man bestenfalls eine Familie gründen und eine Zukunft haben kann. Einige klassische Dating-Apps sind weit verbreitet, jedoch ziemlich oberflächlich und zumeist auch kurzlebig. In Clubs einen Partner zu finden ist auch eher schwierig und in den öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen sich die Menschen kaum mehr gegenseitig wahr, weil die meisten nur auf ihr Handy schauen", erklärt Gründerin Simlinger gegenüber "Heute".

Event-Teilnehmer mit ähnlichen Interessen

Singles können sich auf der Website kostenlos registrieren und füllen danach ein Formular aus, in dem sie ihre persönlichen Eckdaten, ihr Studium und ihre aktuelle berufliche Tätigkeit angeben sowie ein Foto von sich beifügen. Jedes Profil wird genau geprüft, bevor es freigeschalten wird.

Aufgenommene Mitglieder werden per E-Mail über neue Events informiert und können sich direkt dafür anmelden. Bei "Topel" steht das Kennenlernen in lockerer Atmosphäre im Vordergrund. Ein- bis zweimal pro Monat finden Treffen statt. Simlinger achtet darauf, dass die Teilnehmer möglicht auf einer Wellenlänge sind.

Wandern, Spieleabend oder Escape Room

Bei den Aktivitäten ist vom Heurigenbesuch oder Picknick über Sport, Escape-the-Room-Games bis hin zu Spiele- oder Grillabenden alles dabei. Die Gruppengröße der Veranstaltungen hängt von der jeweiligen Aktivität ab, meist nehmen zehn bis zwölf Personen daran teil. Wer mag, kann über die Plattform mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten oder beim Treffen Handynummern austauschen.

"Ich denke, für viele Menschen sind Apps wie Tinder ein bequemer Zeitvertreib vom Sofa aus. Doch in der virtuellen Masse zu erkennen, ob die Chemie stimmt, führt zu vielen Enttäuschungen", meint die "Topel"-Gründerin. Ihr geht es um Qualität statt Quantität. "Man lernt bei einer netten Aktivität einige niveauvolle Singles persönlich kennen. Und ist ehrlich, wenn man sagt: 'Wir haben uns beim Weinwandern kennengelernt!', so die angehende Psychotherapeutin.

Das Projekt ist noch neu und Simlinger organisiert alle Events alleine, deshalb möchte sie sich vorerst auf jüngere Leute konzentrieren. "Die Zielgruppe von Topel sind gesellige, studierte Personen in Wien zwischen 25-35 Jahren, die Freude an gemeinsamen Aktivitäten haben", so die Wienerin. Aber sollte das Interesse an ihrer Website weiter wachsen, sei auch eine Ausweitung denkbar.

Mindestabstand beim Kennenlernen in Corona-Zeiten

Vorerst müssen die Teilnehmer nur für die Aktivität selbst bezahlen (Getränke, Eintritt, etc.). "Zukünftig wird es voraussichtlich einen studentenfreundlichen Pauschalpreis pro Event geben", kündigt Simlinger an.

Die Zahl der Mitglieder steigt laut ihren Angaben täglich, obwohl während der Ausgangsbeschränkung keine Events stattfinden konnten. Seit Mai sind nun Treffen in kleinen Gruppen unter Einhaltung des Mindestabstands wieder möglich.

Wer also genug von klassichen Dating-Apps und angespannten Blind Dates hat, kann "Topel" ja mal ausprobieren. Und selbst wenn beim Treffen auch kein potentieller Partner dabei war, hat man zumindest den Nachmittag oder Abend mit gleichgesinnten Leuten verbracht.

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