Harte Zeiten für Altstadt-Bewohner Karl Leeb! Wegen des Lärms beim Krone-Fest packt der 72-Jährige seine Koffer, zieht vorübergehend ins Mühlviertel.
Drei Tage lang wird die Linzer Innenstadt zu einer großen Bühne. Auch beim heurigen Krone-Fest (16.-18. August) strömen wieder Tausende Besucher in die Landeshauptstadt.
Für einen ist das Stadtfest jedoch der Startschuss für eine mehrtägige Leidenszeit. Karl Leeb (72) wohnt mitten in der Altstadt mit Blick auf den Alten Markt. Wenn das Krone-Fest beginnt, packt er seine Koffer. "Auch bei geschlossenen Fenstern ist der Lärm nicht auszuhalten. Ich kann nicht einmal den Fernseher in der Wohnung einschalten. Der Lärmterror ist ein massiver Angriff auf die Gesundheit", so Leeb zu "Heute".
Im Gegensatz zu den Jahren zuvor dauert das Fest nun schon drei Tage. Leeb: "Mit den Aufbau- und Abräumarbeiten wird man fast eine Woche lang belästigt."
Deshalb musste der 72-Jährige schon am Donnerstag seinen Koffer packen. "Ich tue mir das nicht mehr an. Ich komme bei Freunden in St. Veit im Mühlviertel unter. Sie haben ein großes Haus mit einem Gästezimmer", so Leeb.
Pensionist kämpft seit Jahren um eine Verbesserung
Dabei kämpft der Pensionist schon seit Jahren um eine Verbesserung der Situation. Jedoch vergeblich. Auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung aufgrund des massiven Lärms wurde abgewiesen. Leeb: "Ich konnte keine Geschädigten nennen. Dass die gesundheitlichen Probleme aber erst in vielen Jahren auftreten, wird offenbar nicht bedacht."
Der Altstadtbewohner hat bereits zahlreiche Beschwerde-Briefe an das Magistrat und die Volksanwaltschaft verschickt (wir berichteten). Auch ein selbst gebastelter Schallschutz bringt nichts.
Einen Teil-Erfolg brachte zumindest das Schreiben an die Volksanwaltschaft. Denn wie berichtet, gibt es künftig eine Notfallnummer. Sollte die zuständige Dezibelzahl überschritten werden, können sich Anrainer dort melden.
Doch das Fest an sich wird dem geplagten Altstadt-Bewohner auch künftig nicht erspart bleiben. Für Karl Leeb heißt es dann wieder Koffer packen.
(mip)