Gewalt in Wien

"Am Abend gehe ich nicht raus" – ein Favoriten-Report

In Österreich ist ein landesweites Messerverbot geplant. Die Bevölkerung fühlt sich nicht mehr sicher.

Annika Fried

Die ÖVP hat vor kurzem einen Gesetzesentwurf für ein "Messertrage-Verbotsgesetz" in Österreich vorgelegt. Bisher können die Behörden nur an bestimmten Orten Waffenverbotszonen erlassen, wie zum Beispiel beim Reumannplatz in Wien-Favoriten.
Dies soll sich jetzt ändern und es sollen generelle Regeln im ganzen Land gelten.

Das sind die neuen Regeln

Mit dem neuen Gesetz wird das Tragen jeglicher Art von Messern in Ortschaften, Siedlungsgebieten, Parks, Sportstätten, Freizeitparks, bei Events, in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Einrichtungen der Bildung und Kinderbetreuung verboten. Bei einem Verstoß drohen Verwaltungsstrafen von bis zu 3.600 Euro oder eine Haftstrafe von bis zu sechs Wochen. Es gibt einige Ausnahmen, zum Beispiel für Personen mit einer gültigen Waffenbesitzkarte sowie für Militärpersonal oder Jäger. Der Transport von Messern ist erlaubt, solange die Messer nicht griffbereit sind.

Ein Messer braucht man nur zum Essen! Ich bin für das neue Gesetz, keine Frage!
Karl, 68
ist für ein generelles Messerverbot

Menschen fühlen sich nicht sicher

Wir besuchen den Reumannplatz in Wien, wo es schon jetzt eine Waffenverbotszone gibt.
Die Menschen hier fühlen sich zunehmend unsicher und sprechen sich mehrheitlich für ein generelles Verbot aus.

Die Situation im 10. Wiener Gemeindebezirk hat sich in den letzten 5 Jahren verschlimmert, erzählt uns Zoran, der seit 40 Jahren hier lebt. Er hat mittlerweile Angst um seine Kinder und Enkelkinder und findet, dass zu wenig gegen Gewaltdelikte unternommen wird. Er befürwortet das bundesweite Gesetz. Auch Christian fühlt sich am Reumannplatz nicht mehr sicher. Er bleibt am Abend lieber zuhause in seiner Wohnung.

Am Abend geh ich nicht mehr her, es ist ein schlimmer Bezirk geworden!
Christian, 63
traut sich am Abend nicht mehr vor seine Türe

Ob das Gesetz wirklich viel bringen wird, bezweifeln die befragten Personen jedoch.
Menschen finden immer eine Möglichkeit, wenn sie Gewalt ausüben wollen, so die Meinung der Bevölkerung.

Auf den Punkt gebracht

  • Neues Messertrage-Verbotsgesetz geplant
  • Strafen von bis zu 3.600 Euro oder Haftstrafen von bis zu sechs Wochen bei Verstoß
  • Menschen in Wien fühlen sich zunehmend unsicher
AF
Akt.
An der Unterhaltung teilnehmen