Selbst am Steuer-Knüppel: "Heute" geht in die Luft

Hobby-Pilot Marko Aigelsperger hat mit einem Flugsimulator sein Zuhause in einen Flughafen verwandelt. Auch "Heute" ging erstmals selbst in die Luft.
Ob nach Miami, London oder Paris – von Alkoven (Bez. Eferding) geht es in die weite Welt. Los geht die Reise beim Flughafen, äh nein, beim Wohnhaus von Pilot Marko Aigelsperger (44).

Der Techniker betreibt mit seinen beiden Freunden Eric Pürstinger (38) und dem Bausachverständigen Christian Bäunard (43) Österreichs einzigen Flugsimulator mit Passagierbereich. Auf einem Zubau von rund 70 Quadratmetern verwirklichte sich das Trio mit dem "Synthetic 737" seinen Kindheitstraum.

Nach vierjähriger Bauzeit heben seit Oktober 2015 fast täglich die Jets in Alkoven ab. "Ich bin mit 15 Jahren mit meinem Vater erstmals geflogen. Damals ging es nach Marokko. Damals hat mich die Leidenschaft fürs Fliegen gepackt. Mit dem Flugsimulator 1 hat am PC alles begonnen", so Aigelsperger, der selbst einen Pilotenschein besitzt und Flugzeuge mit bis zu vier Passagieren fliegen darf.

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Mit einer Boeing 737-800 wird geflogen



Geflogen wird in Alkoven mit einer Boing 737-800. Es ist das meistverkaufte Modell weltweit. "Sämtliche Airlines bilden Piloten mit dieser Maschine aus. Auch Prüfungen werden auf dieser Maschine abgehalten", weiß Bäunard.

Der Simulator von Aigelsperger und Co. ist längst über die Grenzen hinaus bekannt. "Zu uns kommen auch Piloten, um gewisse Extremsituationen zu simulieren", so der 44-Jährige.

Nun testete auch "Heute" den Simulator, ging in die Luft. Deshalb packte Reporter Michael Prieschl die Koffer und wagte den Gang ins Cockpit.

Und schon bei der Ankunft am "Airport" in Alkoven kommt richtig Urlaubsstimmung auf. Der Empfangsbereich gleicht einer Abflughalle. Beim Check-in kann sich der Pilot sein eigenes Ticket ausdrucken.

Die Betreiber überlassen nichts dem Zufall. Auf einem Display erscheint die Abflugzeit und das aktuelle Wetter am Zielflughafen. Wenig später heißt es auch schon "Boarding".

Jetzt ist es dann auch gleich soweit. In wenigen Minuten sitze ich selbst am Steuer, gehe mit einer rund 78 Tonnen schweren (maximales Startgewicht) Maschine in die Luft.

Für meine Premiere in der Luft wähle ich den wohl kürzesten Flug innerhalb des Landes, jette von Linz nach Salzburg. Für den rund 20-minütigen Flug sind 853 Kilogramm Sprit (Kerosin) vorgesehen. Für etwaige Komplikationen ist der Tank mit insgesamt 2942 Kilo befüllt. Die genauen Koordinaten, Zahl der Passagiere, vorgesehene Ausweichflughäfen und die genauen Wetterdaten – das alles steht auf der Checkliste, die mir "Co-Pilot" Aigelsperger überreicht.

Schön langsam steigt die Nervosität



Danach nehme ich im Cockpit Platz. Schön langsam steigt vor meinem Premierenflug die Nervosität. Noch am Flughafen gehen mein Co-Pilot und ich sämtliche Instrumente im Cockpit durch. Beim Autopilot werden die Koordinaten der Startbahn sowie die Geschwindigkeit beim Abflug eingegeben. Danach fahren auch schon die Triebwerke hoch.

Und schon geht es auf die Startbahn. "Ready for Take Off", folgt das Okay des Towers. Danach gebe ich voll Schub und schon heben wir ab. Auf acht Bildschirmen (insgesamt wurden fünf Kilometer Kabel verlegt) wird das reale Wetter sowie der Luftverkehr in Echtzeit simuliert.

Nach rund 20 Minuten lande ich in Salzburg



Viel Zeit, um den Ausblick zu genießen, bleibt aber nicht. Ich bin viel zu beschäftigt damit, die Maschine auf der vorgesehen Höhe zu halten. Vom Co-Piloten gibt es aber ein Sonderlob. "Das sieht schon gut aus", lächelt Aigelsperger.

Nach rund 20 Minuten ist das Vergnügen für mich aber leider schon wieder vorbei. Sicher lande ich, mit etwas Hilfe, die Boeing 737-800 auf dem Salzburger Flughafen.

Fazit nach meiner ersten Flugstunde: ein echtes Highlight. Wiederholungsgefahr liegt bei 100 Prozent.

Übrigens: Für alle, die jetzt auch abheben möchten. Bei Synthetic 737 kann man neben Einzeltickets auf First-Class-Tickets mit Catering buchen.

Hier das Video von meinem ersten Flugversuch:





(mip)

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