Amadeus glänzte mit mehr Langeweile als jemals zuvor

Conchita Wurst führte durch den Abend.
Conchita Wurst führte durch den Abend.Amadeus Awards
Die 20. Amadeus Awards gingen über die Bühne. Und sie haben es geschafft, die wohl langweiligsten der Geschichte zu werden.

Die heurige Amadeus-Verleihung stand ohnehin schon unter einem schlechten Stern. Eigentlich hätte die Show nämlich in der Stadthalle stattfinden sollen. Aufgrund des "C-Worts", wie Conchita Wurst in der Sendung dann meinte, verschob man das Event zunächst um einen Monat. Danach wich man auf den Herbst aus. Und als auch da klar war, dass das mit der Mega-Show zum Jubiläum nicht klappen wird, entschied man sich für eine einfache Aufzeichnung.

Darunter litt vor allem die Spannung, die in den vergangenen Jahren ohnehin nur selten gegeben war. Durch die Bekanntgabe der musikalischen Acts konnte man sich bereits halbwegs zusammenreimen, wer sich eine Trophäe abholen darf. So sicherten sich beispielsweise "My Ugly Clementine" einen Award in der Kategorie Alternative,  "Anger" den FM4-Award und Voodoo Jürgens holte sich die Trophäe fürs beste Album ab.

Bilderbuch mit zwei Awards

Wie ihm das gelang ist fraglich, befanden sich doch beispielsweise Seiler und Speer in der selben Kategorie. Deren Album "Für Immer" erreichte locker den Platin-Status, ist seit knapp einem Jahr in den Charts vertreten und denkt gar nicht daran diese zu verlassen. Jürgens Album "s' klane Glücksspiel" hingegen, musste sich nach nur neun Wochen aus der Hitparade verabschieden. Klar: Bei der Verleihung sollte es natürlich um viel mehr gehen, als nur um den kommerziellen Erfolg. Dennoch scheint die Vergabe ein wenig undurchsichtig. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich Voodoo Jürgens trotz des besten Albums, nicht den Sieg bei der "kleineren Kategorie" Alternative holten konnte, wo er aber ebenfalls nominiert war.  

So sorgte im Vorfeld bereits die fehlende Nominierung von Andreas Gabalier für große Aufregung. Der selbsternannte Volks-Rock'n'-Roller war weder unter den Nominierten für den besten Schlager und Volksmusik noch bei den besten Live-Acts zu finden. Dabei gelingt es ihm wie sonst nur wenigen heimischen Künstlern Stadien mehrmals auszuverkaufen. Und zwar nicht nur in Österreich sondern auch in Deutschland. Da Gabalier fehlte, konnte sich Melissa Naschenweng ihren ersten Award in der Kategorie Schlager sichern. Bester Live-Act wurde Bilderbuch, die mit ihrer Show in Schönbrunn beeindruckten. Bilderbuch holte sich zudem als einziger Act des Abends eine zweite Trophäe für den besten Pop/Rock des Jahres. 

Bleibt nur zu hoffen, dass im kommenden Jahr erneut eine Live-Show stattfinden wird, die sich vielleicht auch wieder mehr traut und nicht nur unauffällig durchs Abendprogramm ziehen möchte. Immerhin ist es der einzige Musikpreis Österreichs. Da sollte doch ein wenig mehr Power dahinter stecken. 

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