Wirtschaft

Amazon-Arbeiter dohen mit neuem X-Mas-Streik

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:31

Die Amazon-Mitarbeiter wollen endlich einen Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel abschließen, oder zumindest darüber verhandeln. Deshalb wurde schon am Montag gestreikt - genau dann, wenn tausende Menschen auf die bestellten Weihnachtsgeschenke warten. Noch tut sich nichts bei den Verhandlungen. Nun wird mit einem neuen Streik gedroht.

genau dann, wenn tausende Menschen auf die bestellten Weihnachtsgeschenke warten. Noch tut sich nichts bei den Verhandlungen. Nun wird mit neuen Streiks gedroht.

Genau in der Weihnachtszeit, wenn es dem Versandriesen und seinen Kunden besonders weh tut, lassen Amazon-Mitarbeiter alles liegen und stehen. Wer auf seine Geschenke wartet, sollte die Daumen drücken.

"Wir haben einen langen Atem bei Amazon und werden weiter flexibel streiken, nicht nur in dieser Woche", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe).

Befristete Vertrage, Weihnachts- und Urlaubsgeld unsicher

Es könne nicht sein, dass Amazon weiterhin willkürlich entscheide, "was es bezahlt, wie viel oder - etwa im Fall von Weihnachts- und Urlaubsgeld - ob überhaupt", sagte Nutzenberger weiter. Alle Beschäftigten bei Amazon würden "unter doppeltem Druck" stehen. "Sie bringen Höchstleistungen, bekommen dafür aber nicht die nötige Sicherheit durch Tarifverträge - und bei den befristet Beschäftigten kommt die Existenzangst noch dazu", fügte Nutzenberger hinzu.

Am Montag haben laut der Gewerkschaft hunderte Amazon-Mitarbeiter in Leipzig, im hessischen Bad Hersfeld sowie erstmals auch im bayrischen Graben die Arbeit niedergelegt. In Bad Hersfeld, dem größten Amazon-Standort in Deutschland, wurden die beiden Verteilzentren bestreikt. Am Dienstag und Mittwoch sollen die Kampfmaßnahmen weitergehen. Amazon-Mitarbeiter der US-Zentrale in Seattle unterstützen die Deutschen: Mehrere amerikanische Gewerkschaften organisierten eine Solidaritätsaktion.

Amazon stellt sich stur

Verdi verlangt von dem US-Unternehmen eine Bezahlung, die dem Niveau im hessischen Einzel- und Versandhandel entspricht. Das Amazon-Management lehnte Verhandlungen darüber ebenso wie eine Tarifbindung bisher ab. Das Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche.

APA/red.

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