Der Tech-Riese Amazon plant in Texas einen riesigen Campus für ein neues Rechenzentrum. Das Besondere: Die Anlage soll von einem eigenen Gaskraftwerk mit 7,65 Gigawatt Leistung angetrieben werden. Es wäre das größte Erdgaskraftwerk, das jemals in den USA gebaut wurde.
Um Engpässe beim Netzanschluss zu umgehen, wird die Anlage vorerst völlig isoliert vom texanischen Stromnetz als Insellösung betrieben. Satellitenaufnahmen bestätigen bereits Rodungsarbeiten auf dem Gelände.
Wie heise online meldet, sorgen die Ausmaße des Projekts für Unruhe. Das Vorhaben steht in krassem Widerspruch zu Amazons eigener Klimaschutzinitiative. Im Rahmen des selbst auferlegten "Climate Pledge" hatte sich der Konzern zu Klimaneutralität verpflichtet.
Der Konzern verweist darauf, dass er für die Stromversorgung seiner Aktivitäten selbst aufkomme. Durch die eigene Erzeugung vor Ort würden die Strompreise für texanische Haushalte nicht belastet. Zudem sei geplant, den Campus schrittweise an das öffentliche Netz anzuschließen.
Auch beim Wasserverbrauch versucht Amazon zu beschwichtigen: Für die Kühlung werde ausschließlich salziges Grundwasser genutzt, das weder für die Landwirtschaft noch als Trinkwasser geeignet sei.
Für Amazon ist das Projekt erst der Anfang. Der Konzern verhandelt bereits über ein weiteres Vorhaben in Pennsylvania mit einem 4,5-Gigawatt-Gaskraftwerk. Netzunabhängige fossile Kraftwerke bleiben offenbar trotz wachsenden Gegenwinds die bevorzugte Lösung der Tech-Giganten, um die enorme KI-Nachfrage zu bedienen.