Der Online-Riese Amazon kann nicht herausfinden, warum derzeit zahlreiche Kunden Pakete mit unbestelltem Sexspielzeug oder anderen Produkten erhalten. Eine Kundin namens "Nikki" erzählt der News-Website "Daily Beast", dass sie Sexspielzeug erhielt und es für einen simplen Fehler im Versandablauf gehalten hatte. Danach hörten die ungewollten Lieferungen aber nicht auf. Sie bekam unter anderem Kopfhörer und ein Bluetooth-Device zugestellt, das sie niemals auch nur entfernt angeklickt hatte.
Der Datenschutz
Kundin "Nikki" wandte sich letztendlich an den Kundenservice von Amazon. Aber auch der hatte nur wenige Informationen, warum ihr die Pakete geschickt wurden. Nicht einmal die Versender konnten aus Datenschutzgründen genannt werden.
Das Rückgaberecht
Unklar ist auch, ob Amazon unverlangt zugesandtes Sexspielzeug wieder zurücknimmt. In Europa ist das 14-tägige Rückgaberecht bei Online-Käufen aus Hygienegründen stark eingeschränkt.
Das "schlechte Verhalten"
Laut Amazon sollen die unaufgeforderten Pakete "Teil eines schlechten Verhaltens" von dritten Personen sein, das gerade untersucht werde. "Wir können bestätigen, dass die betroffenen Verkäufer keine Namen oder Lieferadressen von Amazon erhalten haben. Wir entfernen Verkäufer, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, halten Zahlungen zurück und arbeiten mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen", erläutert ein Sprecher des Unternehmens eher geschraubt.
Die Universitäten
Die Mehrheit der unaufgeforderten Pakete enthält auffälliger Weise Sexspielzeug. Auch unverdächtige Universitäten in Kanada haben anonyme Pakete mit Vibratoren, Glühbirnen und Küchenwaagen geschickt bekommen.
Der Bewertungs-Betrug
Zwei ehemalige Amazon-Mitarbeiter vermuten unterdessen, dass das Problem das Ergebnis eines Bewertungs-Betrugs sein könnte. Dabei versuchen versierte Verkäufer auf bisher unbekannte Weise das System von Amazon, das Bewertungen von "verifizierten Käufen" gegenüber anderen Beiträgen vorreiht, auszutricksen. Einige Verkäufer könnten Pakete über Fake-Konten verschicken, so dass die Empfänger 5-Sterne-Bewertungen hinterlassen können. Das wiederum soll die Verkäufe anheizen.
(GP)