Amazon will Image mit Twitter-Armee aufpolieren

Der Online-Händler Amazon ist wegen Arbeitsbedingungen in seinen Versandzentren immer wieder in der Kritik. Angebliche Angestellte verteidigen den Konzern.

Immer wieder sorgten Berichte über katastrophale und zum Teil menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei Amazon für heftige Kritik. Das Image des Online-Versandriesen leidet seitdem darunter. Nun schickt das Unternehmen in einer skurrilen PR-Aktion angebliche Amazon-Mitarbeiter auf Twitter, um schlechte Presse zu "entkräften".

Das Online-Portal "The Next Web" wurde als erstes auf eine Reihe von verdächtigen Twitter-Accounts aufmerksam, die nicht nur alle das selbe Amazon-Logo als Hintergrundbild haben, sondern deren Selbstbeschreibung nach exakt dem selben Muster aufgebaut sind.

"Alles wunderbar"

Alle beschreiben sich im Twitter-Name als "Amazon FC Ambassador" und klären andere Twitter-Nutzer darüber auf, dass die Arbeitsbedingungen in den Amazon-Lagerhäusern selbstverständlich hervorragend seien, sie genügend Toilettenpausen hätten und sehr gut bezahlt würden.



Soviel Enthusiasmus für den Arbeitgeber macht skeptisch, insbesondere, wenn dies immer in den selben Worthülsen und Formulierungen passiert.

Ein ehemaliger Amazon-Mitarbeiter erklärte gegenüber "The Next Web", dass die betreffenden Twitter-Accounts wohl tatsächlich echten Mitarbeitern gehören, die sozusagen als "Ersatzdienst" vom Verpacken und Versenden andere Mitarbeiter ausbilden und offenbar mit vorgegebenen Formulierungen das ramponierte Image der Firma aufpolieren sollen.

Extra-Bezahlung gibt es dafür nicht, dafür einen extra Urlaubstag und einen 50-Euro-Gutschein (selbstverständlich für Amazon). Viel Erfolg dürfte die Kampagne wohl nicht haben.

(red)

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