Amazonas-Regenwald brennt seit Wochen

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro beschuldigt jetzt ausgerechnet Umweltschützer, für die verheerenden Feuer verantwortlich zu sein.
Mehr als 70.000 Brände gab es 2019 bereits im Amazonas-Regenwald. In Brasilien wüten inzwischen die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Mehr als drei Wochen schon stehen dort Hunderte Quadratkilometer in Flammen – mit potenziell enormen Folgen für das Weltklima, denn der brasilianische Regenwald gilt als "grüne Lunge" des Planeten. Die Bäume des Amazonas bauen jährlich mehr als zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre ab. Die Löscharbeiten in den abgelegenen Regionen gestalten sich schwierig.

Die Ursache für die Häufung an Bränden ist unklar. Die allgemeine Trockenheit kann Experten zufolge nicht alleine dafür verantwortlich sein; viele dürften von Menschen gelegt worden sein. Was auffällt: Seit Präsident Jair Bolsonaro im Jänner sein Amt angetreten hat, gab es so viele Waldbrände wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2013.

Präsident Bolsonaro beschuldigt Umweltschützer

Bolsonaro, der aus wirtschaftlichen Gründen die Abholzung gigantischer Flächen an Regenwald zulässt und den Klimawandel leugnet, beschuldigt nun ausgerechnet Umweltschützer, die Brände gelegt zu haben. "Wir nehmen den NGOs ihre Zuschüsse weg, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld", so Bolsonaro am Mittwoch. Es könne also sein, "dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden." Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor.

Im Regenwald kommt es laut Experten kaum zu natürlichen Feuern; sie werden fast immer von Menschen verursacht. Bauern greifen oft auf Brandrodung zurück, um Ackerland zu schaffen – in der Trockenzeit können solche Feuer schnell außer Kontrolle geraten. Ein WWF-Experte sieht vor allem Bolsonaros Linie bei der Abholzung für die Brände verantwortlich: Die Zunahme sei Folge des "Anstiegs bei der Abholzung, die wir in jüngsten Statistiken sehen konnten", so Ricardo Mello. (pic)

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