Amokfahrt mit Traktor – Polizei schießt Lenker niede...

Ein 24-Jähriger hat am Dienstag eine Spur der Verwüstung durch die 130-Seelen-Gemeinde Untermosbach (Bayern) gezogen. Polizisten schossen den jungen Traktor-Lenker nieder.

Gegen 10.45 Uhr wählten Angehörige den Notruf: Michael B. (24) hatte im Streit mehrere Familienmitglieder attackiert. Gegenüber den eintreffenden Einsatzkräften von Rettungsdienst und Polizei habe sich der Verdächtige von Beginn an unkooperativ verhalten, heißt es aus dem Polizeipräsidium Mittelfranken.

"Solche Sekunden willst du nicht erleben"

Der 24-Jährige weigerte sich zunächst, aus dem Haus zu kommen. Stattdessen klemmte er sich hinter das Steuer eines Traktors und brauste davon. Mit dem Gabelaufbau der Maschine rammte er einen Streifenwagen und einen Rettungswagen, die zu diesem Zeitpunkt unbesetzt waren. Ein Polizeibeamter wurde verletzte, als er dem Traktor mit einem Sprung zur Seite ausweichen musste.

"Ich kam in der Mittagspause dazu. Ein Streifenwagen versperrte die Straße, ich wartete in meinem Auto am Rand. Da kam er mit dem Frontlader und schob den Streifenwagen auf mein Auto! Solche Sekunden willst du nicht erleben", erinnert sich Bürgermeister Walter Kollmar, Nachbar und Verwandter des Täters, gegenüber der "Bild".

In weiterer Folge bretterte Matthias B. weiter durch die Ortschaft Untermosbach und attackierte gezielt die Exekutive!

Erst Schuss stoppte Amokfahrt

"Es kam zu einer akut lebensgefährlichen Einsatzsituation für die Polizeibeamten, als der Tatverdächtige unter anderem die Windschutzscheibe von Polizeifahrzeugen mit der Frontgabel durchstieß", so die Ermittler. Die Kollisionen mit den Einsatzfahrzeugen waren so heftig, dass die Frontgabel des Traktors schließlich abbrach.

Wegen der Gefahr für die Beamten entschied sich ein Polizist, die Waffe zu ziehen. Der 24-Jährige wurde von einer Kugel getroffen und schwer verletzt. Er wurde nach notärztlicher Versorgung in ein Krankenhaus gebracht, wo er im Koma auf der Intensivstation liegen soll. Für die anwesenden Personen und Einsatzkräfte stand vor Ort eine psychologische Betreuung zur Verfügung.

24-Jähriger auf Intensivstation

"Wir konnten ihn noch nicht vernehmen. Polizeilich ist er bislang nicht in Erscheinung getreten", Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger (52). Allerdings habe sich Matthias B. schon früher "psychisch auffällig" verhalten und sei deswegen bereits vor einem halben Jahr in einem Krankenhaus behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob gegen den 24-jährigen Tatverdächtigen ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet wird.

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