Amokläufer richtet ein Blutbad mit 13 Toten an

Bild: AP

In Serbien hat sich am Dienstag ein Amoklauf ereignet. Ein 62-jähriger Mann tötete mit einer Schusswaffe 13 Menschen, ehe er die Waffe auch gegen sich und seine Frau richtete, berichten lokale Medien unter Berufung auf die serbische Polizei.

Serbien im Schockzustand: Ein Amokläufer hat in einem serbischen Dorf ein Blutbad angerichtet. Der Mann habe am Dienstagmorgen in dem 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Belgrad gelegenen Ort Velika Ivanca 13 Menschen erschossen, darunter ein zweijähriges Kind, sagte der serbische Polizeichef Milorad Veljovic.

Bei den 13 Opfern handelte es sich durchgehend um Verwandte des Täters. Der serbische Amokläufer ist ein Veteran aus den Balkankriegen. Er habe 1991 im Bürgerkrieg im Grenzgebiet zwischen Serbien und Kroatien gekämpft, teilte Polizeidirektor Milorad Veljovic am Schauplatz der Bluttat im Dorf Velika Ivanca südlich von Belgrad mit. Der 60-Jährige habe alle seine Opfer im Schlaf überrascht, berichtete die Polizei.

Der Täter hätte demnach noch weiter gemordet, wenn er nicht von einer alarmierten Polizeistreife daran gehindert worden wäre. Der Schütze habe versucht, sich selbst zu töten. Dabei habe er sich schwer verletzt. Auch zwei weitere Menschen seien schwer verletzt worden. Dschwer verletzte Ehefrau kämpft um ihr Leben, teilten die Ärzte in einer Belgrader Klinik mit. Der Täter ist seinen selbst zugefügten Verletzungen am Donnerstag erlegen.

Fast ausschließlich Kopfschüsse

"Zwölf Menschen wurden auf der Stelle getötet, ein weiterer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen", sagte Veljovic. Dem Polizeichef zufolge ereignete sich die Bluttat gegen fünf Uhr morgens in fünf verschiedenen Häusern, in denen Familienmitglieder des Schützen und Nachbarn lebten. Alle Opfer hätten zum Zeitpunkt des Angriffs geschlafen. Fast allen Opfern sei in den Kopf geschossen worden.

Rätseln über Motiv

Das Tatmotiv sei noch unklar, sagte Veljovic. Es gebe fast niemanden mehr, der aussagen könne. "Fünf Häuser wurden praktisch ausgelöscht", sagte der Polizeichef. Der Mann habe eine Pistole benutzt, die er legal besessen habe. Zuerst habe er auf seinen 42-jährigen Sohn geschossen, dann auf seine Mutter. Er habe danach seine Frau verletzt und anschließend in den vier Nachbarhäusern auf die weiteren Opfer geschossen. Die Polizei habe den Schützen mit einem Kopfschuss im Hof eines der Häuser aufgefunden.

Nachbarn sei nie gewalttätig aufgefallen

Aus Polizeikreisen verlautete, die Ermittler suchten in der Vergangenheit des Mannes nach Hinweisen auf ein Motiv. In seinem Alltag gebe es nichts, was auf ein solches Verbrechen hindeuten könnte. Die Nachbarn zeigten sich fassungslos. Der Täter sei nie gewalttätig aufgefallen. Der Amoklauf erinnert an eine ähnliche Tat im Jahr 2007. Im Dorf Jabukovac bei Negotin in Ostserbien hatte damals ein 39-jähriger Mann mit seinem Jagdgewehr neun Menschen erschossen. Allerdings war der Täter zuvor seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung gewesen.

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