AMS-Chef Kopf gegen Erhöhung des Arbeitslosengeldes

AMS-Chef Johannes Kopf.
AMS-Chef Johannes Kopf.picturedesk.com
AMS-Chef Johannes Kopf hat sich gegen eine befristete Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80 Prozent ausgesprochen.

Die Arbeitslosenzahlen sind in Österreich aufgrund der Corona-Krise weiterhin hoch. AMS-Chef Johannes Kopf hat sich in einem Interview gegen eine befristete Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens ausgesprochen.

"Politisch wäre es schwer, das wieder abzuschaffen. Durch die Möglichkeit, zum Arbeitslosengeld etwas dazuzuverdienen, hätten wir damit Gehälter, die in vielen Fällen deutlich über den erzielbaren Einkommen lägen", erklärte er im Gespräch mit dem "Standard".

"Auch in der Krise gibt es Dynamik am Jobmarkt"

Aktuell seien beim AMS 63.000 freie Stellen gemeldet. "Jeden Monat gehen Menschen in Pension, werden gekündigt oder kündigen: Wir vermitteln laufend Kunden, auch in der Krise gibt es Dynamik am Jobmarkt. Das würde zum Erliegen kommen, sobald man allein eingreift, um die Armutsgefährdung zu reduzieren", so Kopf in Bezug auf die Forderung nach höheren Arbeitslosengeldern in der Corona-Krise rufen.

"Etlichen Betrieben wird die Luft ausgehen"

Er befürchtet, dass nun im zweiten Lockdown etlichen Betrieben "die Luft ausgehen wird". Vor allem in der Gastronomie und im Tourismus wird es viele Konkurse geben.

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Laut Kopf verfüge aber gerade der Tourismus über eine gute Infrastruktur: "Sogar wenn der Hotelbetreiber in Konkurs geht, steht das Hotel noch. Es wird mit anderen Eigentümern aufleben, weil ich glaube, dass der Tourismus wieder zurückkehren wird“, so der AMS-Chef.

Einige Jobs werden auch nach der Pandemie nicht zurückkehren

Dennoch glaubt er, dass viele Jobs, die jetzt verschwinden, nach der Pandemie aber gar nicht mehr zurückkommen werden. Dies hat auch eine Studie von Ökonomen rund um Nick Bloom von der Stanford University in den USA ergeben. Dies betrifft 30 Prozent der Jobs, die jetzt verloren gehen.

"Wir werden nach der Pandemie weniger Geschäftsreisen machen als davor. Nicht weil wir uns vor dem Virus fürchten, sondern weil wir gelernt haben, mit den Video-Tools zurechtzukommen. Viele Unternehmen erleben, dass internationale Online-Meetings zeiteffizient und mit weniger Kosten verbunden sind. In der Luftfahrtbranche werden also viele Jobs dauerhaft verloren gehen", meint Kopf. Dafür würden aber im IT-Bereich wiederum neue entstehen.

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