AMS: Unternehmen schöpfen Kurzarbeit nur zur Hälfte aus

 AMS Vorstand Herbert Buchinger
AMS Vorstand Herbert Buchingerpicturedesk.com
Laut AMS-Chef Herbert Buchinger kostet die Kurzarbeit in Österreich sechs Milliarden Euro. Die Unternehmen würden diese nur zur Hälfte ausschöpfen.

Die heimischen Unternehmen schöpfen die beantragte Kurzarbeit insgesamt nur zur Hälfte aus, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe. "Mehr als sechs Milliarden werden wir nicht brauchen", meinte der Vorstand des Arbeitsmarktservice, Herbert Buchinger. Von der Regierung wurden zwölf Mrd. Euro budgetiert.

"Personalstände anpassen"

Am Montag werden Gewerkschaft, Arbeiterkammer (AK) und Wirtschaftskammer (WKÖ) über eine Verlängerung der Kurzarbeit verhandeln. Die Arbeitszeit sollte laut Buchinger künftig um höchstens 50 Prozent zurückgefahren werden dürfen, nicht wie derzeit um bis zu 90 Prozent. 

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Einige Firmen haben die Kurzarbeit bereits bis September verlängert. Unternehmen, die bis Herbst nicht entsprechend ausgelastet sind, sollten laut AMS-Chef ihre "Personalstände anpassen", also Stellen abbauen.

Anderes Kurzarbeitsmodell

Buchinger plädiert ab Herbst für eine Rückkehr zum Kurzarbeitsmodell vor der Pandemie plus einen "Zuschlag". Dieses Modell ist aus der Finanzkrise 2008/2009 bekannt. Demnach bekämen Beschäftigte ihren regulären Lohn für die geleistete Arbeit. Für die Ausfallsstunden zahlt das AMS einen Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes (55 Prozent des Nettogehaltes). 

Gewerkschaftspräsident Wolfgang Katzian und AK-Präsidentin Renate Anderl fordern für Beschäftigte in Kurzarbeit auch künftig "mindestens 80 Prozent des Letzteinkommens".

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